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DZ Bank und Union Investment: Ausstieg aus der Nahrungsmittelspekulation

Berlin (csr-news) > Die genossenschaftliche DZ Bank und ihr Tochterunternehmen, die Fondsgesellschaft Union Investment, ziehen sich vollständig aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen zurück. Das bestätigte die DZ Bank als Zentralinstitut für mehr als 900 Genossenschaftsbanken am 13. Mai in einem Brief an die Verbraucherorganisation foodwatch. Bereits im Januar hatte das Unternehmen mitgetteilt, man wolle Produkte, die auf der Preisentwicklung von Agrarrohstoffen basieren, „bis auf Weiteres“ nicht mehr aktiv vertreiben. Konkret wird die DZ Bank Wertpapiere auf Basis von Agrarrohstoffen im Jahr 2013 auslaufen lassen. Nachfolgeprodukte würden nicht emittiert, auch würden keine Agrar-Derivate anderer Banken vertrieben. Produkte ohne Laufzeitende seien bereits von der Börse genommen oder den Kunden zum 3. Juni gekündigt worden. Zudem werde der von der DZ Bank aufgelegte „Akzent Invest Fonds Best Portfolio“ so umgestellt, dass er nicht mehr in Agrarrohstoffe investiere. Auch die Produkte der Tochtergesellschaft Union Investment verzichteten künftig vollständig auf die Investition in Agrarrohstoffe.

In dem Schreiben plädierte DZ-Bank-Vorstand Lars Hille zudem für eine strenge Regulierung der Agrarrohstoffmärkte, insbesondere „durch die Einführung wirksamer Positionslimite an Börsen oder zentralen Clearing-Plattformen“. Mit solchen Positionslimits würde – wie auch von foodwatch gefordert – die Zahl der gehandelten Kontrakte auf den Rohstoff-Terminmärkten begrenzt, um Spekulationsexzesse zu verhindern. Um derartige Begrenzungen des Handelsvolumens auch für den nicht-börslichen Handel, für das sogenannte „Over-the-counter“-Geschäft (OTC), durchsetzen zu können, fordert DZ-Vorstand Hille außerdem Maßnahmen für mehr Transparenz: „Wir befürworten alle Anstrengungen, Derivate – wie z.B. Terminkontrakte auf Agrarrohstoffe – grundsätzlich über Börsen bzw. im Fall von OTC-Derivaten über zentrale Clearing-Plattformen abzuwickeln, um so für mehr Transparenz zu sorgen und das Vertragspartnerrisiko zu verringern“. foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode erklärte: „Der Nächste bitte: Mit der DZ Bank steigt eine weitere Großbank aus der unsäglichen Spekulation mit Nahrungsmitteln aus. Der Entschluss der DZ Bank beweist vor allem deshalb gesellschaftliche Verantwortung, weil die Bank sich zugleich für die notwendige politische Regulierung der Rohstoff-Terminbörsen starkmacht. Eine Kontrolle des Handelsvolumens durch wirksame Positionslimits, wie sie die DZ Bank fordert, ist die Grundvoraussetzung, um exzessive Spekulation und damit Hungerkrisen zu verhindern“.

 

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