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OECD: Deutschland muss mehr Migranten in öffentlichen Dienst bringen

Berlin (afp) – Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht in Deutschland großen Nachholbedarf bei der Integration von Zuwanderern in den öffentlichen Dienst. Vor dem sechsten Integrationsgipfel am Dienstag bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte der OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig der Nachrichtenagentur AFP, Deutschland nehme bei der Integration von Zuwanderern in den öffentlichen Dienst „den Schlussplatz der OECD-Länder ein“. Gerade für Zuwandererkinder sei der Zugang zum öffentlichen Dienst aber wichtig. Arbeitsmarktintegration ist einer der Schwerpunkte des Gipfels.

Der öffentliche Sektor könne durch die Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund eine Vorbildfunktion übernehmen, sagte Liebig AFP. Zugleich erhöhe dies die Sichtbarkeit von Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Leben. „Deutschland könnte hier viel von den skandinavischen Ländern lernen, wo der öffentliche Dienst geradezu als Motor für die Integration angesehen wird.“

Als auffällig bezeichnete Liebig die „verhältnismäßig schlechte Integration der Zuwanderer mit Universitätsabschluss“. In dieser Gruppe liege die Beschäftigungsquote mehr als zwölf Prozent unter derjenigen von in Deutschland geborenen Personen mit Universitätsabschluss, während niedrigqualifizierte Zuwanderer ähnlich gute Arbeitsmarktergebnisse wie vergleichbare in Deutschland geborene Menschen haben.

Das Anfang April in Kraft getretene Anerkennungsgesetz sei für die vielen Zuwanderer mit ausländischen Qualifikationen zwar „ein wesentlicher Schritt nach vorn“, allerdings sei es wichtig „nun auch verstärkt in den Bereich der Nachqualifizierung zu investieren“, sagte Liebig. Zudem müsse die Zertifizierung auch von „nicht-formal erworbenen Fähigkeiten“ verstärkt werden.

Insgesamt sieht Liebig Deutschland bei der Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern „im Mittelfeld der OECD-Länder“. Nach den jüngsten Zahlen aus dem Jahr 2011 lag die Beschäftigungsquote der Zuwanderer demnach bei 66,5 Prozent, die der in Deutschland Geborenen bei 73,4 Prozent. Es gebe jedoch „eine positive Dynamik“. Zwischen 2008 und 2011 sei die Beschäftigungsquote der Zuwanderer um vier Prozentpunkte gestiegen, deutlich mehr als bei den Nichtzuwanderern (1,5 Prozentpunkte). Dies war das höchste Wachstum in der OECD, sagte Liebig.

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