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USA sehen westliche Firmen in Bangladesch in der Verantwortung

Dhaka (afp) – Im Bemühen um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Bangladesch sieht die US-Regierung vor allem westliche Modefirmen in der Verantwortung. Westliche Markenkonzerne hätten eine „wichtige Rolle“, sagte die Staatssekretärin im US-Außenministerium, Wendy Sherman, am Montagabend bei einem Besuch in der Hauptstadt Dhaka. Die US-Regierung werde sich dafür einsetzen, dass die Einkäufer „sich an den Tisch setzen“, um „ihren Teil zu einer tragbaren Lösung“ beizusteuern.

Die Regierung in Bangladesch müsse die Konsequenzen aus dem folgenschweren Einsturz einer Textilfabrik ziehen, bei dem im April mehr als 1100 Menschen getötet worden waren, sagte Sherman. Sie verwies auf den Brand in einer New Yorker Nähfabrik im Jahr 1911 mit 146 Toten. Diese Katastrophe habe in den USA Änderungen in den Vorschriften, Baurichtlinien und Inspektionen zur Folge gehabt. „Das war eine Veränderung, und wir hoffen, dass dies auch hier in Bangladesch der Fall ist“, sagte sie nach Treffen mit Vertretern von Regierung, Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Die großen US-Handelsketten Walmart und Gap haben sich dem Brand- und Gebäudeschutzabkommen nicht angeschlossen, das nach dem Unglück von mehr als 30 westlichen Unternehmen unterzeichnet worden war. Die US-Konzerne haben Sorge vor möglichen juristischen Konsequenzen.