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Erstes faire Handy könnte bald in Produktion gehen

Berlin (afp) – Ein „wirklich cooles“ Android-Smartphone verspricht die in den Niederlanden ansässige Initiative Fairphone – das Wichtigste aber ist: Es soll unter möglichst fairen Bedingungen hergestellt werden. Wenn bis zum 14. Juni 5000 Vorbestellungen eingehen, dann geht das Fairphone in die Produktion. Bis Donnerstag sagten schon mehr als 3400 Menschen zu, 325 Euro für ein Fairphone zu bezahlen.

„Konsumieren ist ein politischer Akt“, sagt der Gründer der Initiative, Bas van Abel. Auf fairphone.com kann jeder nachlesen, woher die Rohstoffe kommen und wer sie verarbeitet. Zinn und Coltan etwa kommen aus Minen in der Demokratischen Republik Kongo, in denen „Menschen menschlich behandelt werden“ und die Erlöse nicht dazu dienen, kriegerische Konflikte zu finanzieren. Die Arbeiter in China, die das Handy zusammenbauen, werden über einen Fonds „angemessen“ entlohnt. Ziel ist, dass die Arbeiter Gewerkschaften gründen und selbst mit der Geschäftsführung verhandeln können. Das werde aber „noch Zeit brauchen“.

Das Fairphone soll außerdem lange haltbar sein – und gut wiederzuverwerten. So ist etwa der Akku herausnehmbar und ersetzbar. Die Initiative verspricht zudem genaue Auskunft über die Zusammensetzung der Bestandteile und der Kosten. Ziel ist, das Telefon eines Tages komplett aus Recycling-Material zu bauen.