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Experten kritisieren Profite durch illegale Abholzung im Kongo

Kinshasa (afp) – Internationale Unternehmen profitieren nach Angaben verschiedener Nichtregierungsorganisationen (NGOs) von illegaler Abholzung in der Demokratischen Republik Kongo. Dabei kooperierten die Firmen eng mit den kongolesischen Behörden, kritisierten örtliche und internationale NGOs. Die Wälder des Kongobeckens stellen nach dem Regenwald im Amazonas die größte Urwaldfläche der Welt dar. Die Abholzung erfolgt häufig entgegen geltender Gesetze.

Die britische Organisation Resource Extraction Monitoring kritisierte, dass es trotz verschärfter europäischer Einfuhrbestimmungen für Holz aus Afrika beinahe unmöglich sei, die Legalität von kongolesischem Tropenholz zu überprüfen. Die Holzindustrie des Landes sei geprägt von „weitverbreitetem Betrug und illegaler Abholzung. Verantwortlich dafür ist Branchenkennern zufolge auch die Regierung in Kinshasa. Das Umweltministerium beispielsweise hat demnach mehr Abholzungsgenehmigungen an örtliche Gruppen erteilt als offiziell erlaubt. Das Holz werde dann oft gegen Zigaretten, Mehl oder Jagdgewehre getauscht.

Den Experten zufolge können beispielsweise mit dem Holz des als bedroht geltenden Wenge-Baums hohe Summen erzielt werden, wobei das Geld allerdings nur selten bei der örtlichen Bevölkerung ankomme. Der Verlust für den kongolesischen Staat und die Bevölkerung sei enorm. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nannte mehrere verdächtige Firmen aus Europa und veröffentlichte Bilder von Lastwagen mit nicht registriertem Wenge-Holz sowie mit weiterem ungekennzeichnetem Holz.

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