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Weltarbeitsorganisation warnt vor sozialer Ungleichheit – Kritik an deutschen Niedriglohnjobs

Die Weltarbeitsorganisation ILO hat in ihrem neuesten Bericht zur „Welt der Arbeit 2013“ vor wachsender sozialer Ungleichheit und steigenden Arbeitslosenzahlen gewarnt. In 14 von 26 untersuchten Industrieländern sei die Kluft zwischen Armen und Reichen in den Jahren 2010 und 2011 größer geworden. In sieben weiteren Ländern sei das Ausmaß der sozialen Ungleichheit noch immer größer als vor Beginn der Weltwirtschaftskrise 2008.

Genf (afp) – Die Weltarbeitsorganisation ILO hat in ihrem neuesten Bericht zur „Welt der Arbeit 2013“ vor wachsender sozialer Ungleichheit und steigenden Arbeitslosenzahlen gewarnt. In 14 von 26 untersuchten Industrieländern sei die Kluft zwischen Armen und Reichen in den Jahren 2010 und 2011 größer geworden, teilte die UN-Organisation am Montag mit. In sieben weiteren Ländern sei das Ausmaß der sozialen Ungleichheit noch immer größer als vor Beginn der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008.

Zu den Industriestaaten mit wachsender Ungleichheit zählen laut ILO-Bericht Frankreich, Dänemark, Spanien und die USA. In den USA wuchs demnach in den Jahren 2009 bis 2011 der Anteil der reichsten sieben Prozent der Bevölkerung am Gesamtvermögen von 56 auf 63 Prozent. Entsprechend habe sich das Gesamtvermögen der übrigen 93 Prozent der Amerikaner verringert. Auch im EU-Krisenland Spanien macht die ILO wachsende Ungleichheiten aus: Im Jahr 2007 gehörten demnach noch 50 Prozent der Spanier zur Mittelklasse. Bis zum Jahr 2010 sei ihr Anteil bereits auf 46 Prozent gesunken.

Auch Deutschland kommt in dem Report nicht gut weg: Zwar sei hier die Arbeitslosigkeit EU-weit am niedrigsten, doch die Qualität der Niedriglohnjobs befördere ebenfalls soziale Ungleichheiten. In einem eigenen Kurzreport über die Bundesrepublik kommen die ILO-Autoren zu dem Schluss, dass der Niedriglohnsektor in den vergangenen Jahren trotz sinkender Arbeitslosigkeit nicht geschrumpft ist. Die Häufigkeit von Leiharbeit und unfreiwilliger Teilzeitarbeit habe dagegen zugenommen. Die ILO-Experten empfehlen Deutschland ausgewogene Einkommenszuwächse, um das Wirtschaftswachstum zu stärken. Die zuletzt höher ausgefallenen Tarifabschlüsse seien richtig.

Für die Weltwirtschaft kommen die UNO-Experten zu einem gemischten Fazit. Die weltweite Zahl der Arbeitslosen werde von 200 Millionen im Jahr 2013 bis zum Jahr 2015 auf 208 Millionen wachsen, warnten die ILO-Autoren. Zugleich hat sich demnach aber die Beschäftigungslage in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern verbessert. In der Mehrheit dieser Staaten bleibe die große Kluft zwischen Armen und Reichen allerdings bestehen.

Der World of Work Report 2013 >> zum Download (Englisch)

Kommentar

  • Der weite Niedriglohnsektor ist wirklich ein Armutzszeugnis für die deutsche Regierung. Diese Beschäftigung zu Dumpin-Stundenlöhnen kann nicht weiter hingenommen werden.Das sage ich dazu als deutscher Staatsbürger.

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