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Mobiltelefone: Vodafone führt Eco-Rating ein

Der Telekommunikationsanbieter Vodafone hat in diesem Monat ein Nachhaltigkeitsrating für Mobiltelefone eingeführt. Das sogenannte Eco-Rating wurde ursprünglich 2011 von Vodafone Niederlande eingeführt. Neben dem ökologischen Fußabdruck werden auch soziale Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Ein guter Ansatz mit Schwächen.

Düsseldorf (csr-news) > Der Telekommunikationsanbieter Vodafone hat in diesem Monat ein Nachhaltigkeitsrating für Mobiltelefone eingeführt. Das sogenannte Eco-Rating wurde ursprünglich 2011 von Vodafone Niederlande eingeführt. Neben dem ökologischen Fußabdruck werden auch soziale Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt. Ein guter Ansatz mit Schwächen.

Die Anzahl der weltweit verfügbaren Mobiltelefone steigt unaufhörlich, bereits 2014 soll es nach Angaben der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) soviel Handys wie Erdenbürger geben – rund sieben Milliarden. Vor allem auf den asiatischen Märkten ist der Hunger nach neuen Geräten ungebrochen. Zwar werden die klassischen Mobiltelefone inzwischen von Smartphones verdrängt, an den ökologischen und sozialen Auswirkungen ändert sich dadurch nichts. Die Probleme reichen von schlechten Arbeitsbedingungen in der Produktion über einen problematischen Abbau der Rohstoffe bis hin zu einem riesigen Berg Elektroschrott. Nur zögerlich wächst das Bewusstsein, sorgen Hersteller und Telekommunikationsunternehmen für mehr Transparenz und versuchen die Bedingungen zu verbessern. Ein Ansatz ist die Nachhaltigkeitsbewertung von Mobiltelefon, so wie es Vodafone nun in allen Filialen und Online-Shops einführt.

„Mit dem Eco-Rating machen wir Nachhaltigkeit für unsere Kunden sichtbar. Für jedes Handy erkennen Kunden nun auf einen Blick, wie es sich auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt“, sagt Erik Friemuth, Geschäftsführer Consumer Marketing bei Vodafone Deutschland. „Immer mehr Menschen entscheiden sich beim Einkauf bewusst für nachhaltige Produkte. Informierte Kunden sind in der Lage, selbst zu entscheiden. Das Vodafone Eco-Rating hilft ihnen dabei“. Ein Wert auf einer Skala zwischen eins und fünf soll die Auswirkungen des jeweiligen Handys auf Umwelt und Gesellschaft aufzeigen. Dazu werden mehr als 200 Einzelaspekte aus den Bereichen Öko-Design, Lebenszyklus und Unternehmensleistung ausgewertet. Zusätzlich zu ökologischen Aspekten wie beispielsweise Chemikalieneinsatz und Recyclingfähigkeit werden auch soziale Kriterien wie etwa die Arbeitsbedingungen berücksichtigt und machen rund ein Drittel des Score-Wertes aus. Das Rating wurde von den beiden internationalen Prüfungsgesellschaften Bureau Veritas und SKM Enviros entwickelt. Die Fragen an die Hersteller basieren auf der Forschung zum Lebenszyklus von Mobiltelefonen, dem Feedback von Kunden und anderer Interessengruppen, auf internationalen Nachhaltigkeitsinitiativen der Elektronikindustrie und auf Richtlinien von Umweltorganisationen.

Der gute Ansatz offenbart allerdings beim ersten Blick auf die von Vodafone angebotenen Handys auch seine Schwächen. Ein Grund, die Hersteller machen auf freiwilliger Basis Angaben zu den Fragen, oder eben auch nicht. Dadurch wird nur ein Teil der Telefone bewertet und entsprechend auch mit dem Eco-Rating-Wert versehen. Zu den nicht teilnehmenden Herstellern bzw. deren Produkten werden gar keine Angaben gemacht. Auch die Umsetzung auf der Website steckt noch in den Anfängen, ausführlichere Hinweise auf die Bewertung fehlen. Im angebotenen Handyfinder können zwar alle möglichen Kriterien ausgewählt werden, das Eco-Rating gehört allerdings nicht dazu. Beim Handyvergleich wird der Wert, sofern vorhanden, unter den technischen Details aufgeführt. Zudem muss sich der Kunde auf den Rating-Wert verlassen, ergänzende Informationen wie dieser zustande gekommen ist sind ebenfalls nicht vorhanden. So wird dem geneigten Kunden die Suche nach einem annähernd fairen Handy nicht wirklich leicht gemacht.

Ergänzende Informationen:

German-Watch-Studie zur Unternehmensverantwortung deutscher Mobilfunkhersteller