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Der „Blaue Engel“ sticht in See

Groß und auffällig prangert das Siegel des „Blauen Engel“ an den Fährschiffen „Uthlande“ und „Schleswig Holstein“ der nordfriesischen Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.). Gestern wurden die jüngsten Fähren des Unternehmens für umweltfreundliches Schiffsdesign ausgezeichnet unter anderem wegen ihrer Energieeffizienz und Emissionsreduktion.

Wyk auf Föhr (csr-news) > Groß und auffällig prangert das Siegel des „Blauen Engel“ an den Fährschiffen „Uthlande“ und „Schleswig Holstein“ der nordfriesischen Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.). Gestern wurden die jüngsten Fähren des Unternehmens für umweltfreundliches Schiffsdesign ausgezeichnet unter anderem wegen ihrer Energieeffizienz und Emissionsreduktion.

Rund 1,8 Millionen Passagiere, 290.000 Pkw und mehr als 35.000 Lkws werden von der Reederei jährlich auf die nordfriesischen Inseln Föhr, Amrum sowie die Halligen Hooge und Langeneß befördert. Dem Schutz der Umwelt kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, schließlich fahren die Schiffe durch das sensible Ökosystem des Weltnaturerbes Wattenmeer. Gegenüber herkömmlichen Fähren arbeiten die beiden 2010 und 2011 erworbenen neuen Schiffe erheblich effizienter und umweltfreundlicher, bescheinigt das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung RAL. Dafür haben die beiden Fähren nun das „Blauer Engel“-Siegel erhalten. Ralf-Rainer Braun, Mitglied der Jury Umweltzeichen, ist die so verbesserte Umweltbilanz wichtig: „Effizienz und Nachhaltigkeit müssen die ‚Leitplanken‘ auf dem Weg in den Schiffsverkehr der Zukunft sein“.

„Dies ist eine tolle Bestätigung unserer vielfältigen Anstrengungen zum Schutz der Meeresumwelt, die für uns an erster Stelle steht“, so W.D.R.-Geschäftsführer Axel Meynköhn. „Mit der Übergabe der Urkunden ist ein Zertifizierungsprozess zum Abschluss gebracht worden, der die beiden Fähren im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit ihres Designs auf Herz und Nieren geprüft hat“. Die Liste der Anforderungen um das Siegel zu erhalten ist lang und reicht von der Reduktion klimaschädlicher Emissionen über Abfallvermeidungs- und Entsorgungskonzepte bis hin zur Stromnutzung in den Häfen. Tatsächlich setzen die „Uthlande“ und ihr weiterentwickeltes Schwesterschiff „Schleswig-Holstein“ Maßstäbe im Hinblick auf Energieeffizienz und Emissionsreduktion: Eine optimierte Rumpfform und ein hochmoderner Antrieb sorgen dafür, dass beide Schiffe Fahrgäste, Fahrzeuge und Ladung mit deutlich geringerem Treibstoffverbrauch auf die nordfriesischen Inseln befördern als konventionelle Fähren älterer Bauart. „Aus ökologischen und ökonomischen Gründen haben wir bei der Konzeption unserer Fähren auf Energieeffizienz besonderen Wert gelegt“, betont Meynköhn. Die W.D.R. hatte ihre beiden Schiffsneubauten bereits vor der Bauausschreibung komplett baureif entwerfen lassen und ist damit auch Eigentümerin aller Rechte am Schiffsentwurf.

Der „Blaue Engel“ für das Schiffsdesign bezieht sich allerdings auch nur auf das jeweils geprüfte Schiff. Darüber hinaus kann in einem gesonderten Verfahren auch der Schiffsbetrieb insgesamt zertifiziert werden. Meynköhn sieht die Erteilung des Siegels deshalb als ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg hin zu einem umweltoptimierten Fährbetrieb. „Ein Beispiel dafür ist unsere Treibstoffauswahl. In unserem Fährdienst zu den Inseln und Halligen fährt seit Jahrzehnten kein einziges Schiff mit dem derzeit weithin kritisierten, in der Hochseeschifffahrt verbreiteten Schweröl, obwohl dies technisch möglich und deutlich kostengünstiger wäre. Wir setzten stattdessen auf einen wesentlich hochwertigeren und teureren Treibstoff, der nicht mehr Emissionen erzeugt als das in Einfamilienhäusern verwendete Heizöl. Damit erfüllen wir schon heute mühelos jene verschärften Abgasnormen, die nach Beschluss der International Maritime Organisation (IMO) bis 2020 schrittweise in Kraft treten werden“, so Meynköhn. Um noch mehr Treibstoff zu sparen, entwickelt die W.D.R. gegenwärtig einen Energieeffizienzmanagementplan für alle Schiffe, der den gesamten Schiffsbetrieb beginnend mit der Fahrweise der Motoren über die Bewirtung der Fahrgäste bis hin zum automatischen Ausschalten nicht benötigter Beleuchtung umfasst. Außerdem bereitet die W.D.R. die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach den Standards von DIN EN ISO 14001 vor. „Wir betrachten den Schiffsbetrieb ganzheitlich und prüfen alle Prozesse an Bord auf ihre Umweltrelevanz hin–, um auf dieser Basis immer besser werden zu können“, erläutert Meynköhn. Unterstützung erhält er dabei vom Verband Deutscher Reeder, der auch das aktuelle Antragsverfahren personell unterstützt und bis zum Abschluss begleitet hat.

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