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EU-Zulassung für zwei Genmais-Sorten weiter unsicher

Brüssel (afp) – Die Zulassung von zwei neuen Genmais-Sorten des US-Agrarkonzerns Monsanto für die Einfuhr in die Europäische Union bleibt unsicher. Bei einer Abstimmung im EU-Expertengremium für Lebensmittel und Tiergesundheit am Montag in Brüssel fand sich weder eine ausreichende Mehrheit für noch gegen die Erlaubnis, den Genmais zur Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln in die Europäische Union zu importieren, wie ein EU-Vertreter sagte. Deutschland enthielt sich.

Nun soll den EU-Staaten der Monsanto-Antrag zur Zulassung der beiden Genmais-Sorten in „einigen Wochen“ erneut zur Abstimmung vorgelegt werden, wie der EU-Vertreter sagte. Kommt es dabei wieder zum Patt, liegt die Entscheidung wie schon in früheren Fällen bei der EU-Kommission. Die könnte dann die beiden Genmais-Sorten erlauben, denn die Kommission stützt sich bei ihrer Entscheidung auf eine Bewertung der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, die keine Bedenken gegen die Maissorten geäußert hat.

Dies kritisieren Gentechnik-Gegner: Denn bei dem einen Genmais handelt es sich um Smartstax, der sechs verschiedene Insektengifte produziere und gegenüber zwei Unkrautvernichtungsmitteln resistent sei. Die Organisation Testbiotech warnt, dass Smartstax 2010 von EFSA positiv bewertet worden sei, obwohl die Dossiers der Industrie „erhebliche Mängel“ hätten: „So wurden Kombinationswirkungen der Toxine und der Spritzmittelrückstände nicht untersucht.“

Monsanto hatte kürzlich angekündigt, für seine Genpflanzen keine Anbauerlaubnis in der EU mehr zu beantragen. „Es ist kontraproduktiv, gegen Windmühlen zu kämpfen“, hatte der Sprecher von Monsanto Europa, Brandon Mitchener, angesichts des heftigen Widerstands in Europa gegen Genprodukte in einem Interview mit der „tageszeitung“ gesagt. Anderswo angebauten Mais will Monsanto aber weiterhin zur Verarbeitung in Lebens- und Futtermitteln in der EU registrieren.

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