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CR-Berichterstattung: Zuckerbrot und Peitsche

Die Berichterstattung über die gesellschaftliche und ökologische Verantwortung von Unternehmen ist weltweit auf dem Vormarsch. In einer gemeinsamen Studie beschreiben die Global Reporting Initiative, KPMG, UNEP und das Centre for Corporate Governance in Africa die aktuelle Praxis und geben einen Ausblick auf zukünftige Trends. Dabei zeigt sich, es gibt immer mehr gesetzliche Vorgaben.

Frankfurt am Main (csr-news) > Die Berichterstattung über die gesellschaftliche und ökologische Verantwortung von Unternehmen ist weltweit auf dem Vormarsch. In einer gemeinsamen Studie beschreiben die Global Reporting Initiative, KPMG, UNEP und das Centre for Corporate Governance in Africa die aktuelle Praxis und geben einen Ausblick auf zukünftige Trends. Dabei zeigt sich, es gibt immer mehr gesetzliche Vorgaben.

„Carrots and Sticks“, so der bezeichnende Titel, ist nun bereits zum dritten Mal erschienen und ist erneut wesentlich umfangreicher geworden. Wurden in der ersten Ausgabe die Initiativen aus 19 Ländern erfasst, so sind in der aktuellen Ausgabe 180 Initiativen aus 45 Ländern zu finden. Interessantes Detail, von den 180 Initiativen beruhen rund zwei Drittel auf gesetzlichen Vorgaben und sind für die Unternehmen mehr oder weniger verpflichtend. Es wurde in den vergangenen Jahren viel erreicht, es ist aber auch noch viel zu tun. Innerhalb der letzten 12 Jahre ist der Anteil der weltweit 250 größten Unternehmen, die über ihre gesellschaftliche Verantwortung berichten, von 35 Prozent auf über 95 Prozent gestiegen. Gleichzeitig berichten gerade einmal zehn Prozent aller rund 45.000 börsennotierten Unternehmen. Zuckerbrot und Peitsche scheint die Lösung zu sein, um deren Anteil deutlich zu erhöhen. Auch wenn die gesetzlichen Initiativen weltweit auf dem Vormarsch sind, so geht es nicht nur um Quantität, wie Sylvie Lemmet, UNEP-Direktorin, im Vorwort schreibt. Vor allem die Qualität muss weiter verbessert werden, das Informationsinteresse der Stakeholder muss bedient werden, genauso wie eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Berichte notwendig ist. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist und bleibt ein zentrales Instrument um verantwortliches Handeln von Unternehmen weiter voranzubringen. Deshalb kommt der Weiterentwicklung der bestehenden Leitlinien und Rahmenwerke wie beispielsweise den GRI-Richtlinien, dem Global Compact oder den UN Principles eine besondere Bedeutung zu. Insgesamt werden in der Studie acht aktuelle Trends aufgeführt. Einer davon, die meisten gesetzliche Regularien konzentrieren sich auf große Unternehmen, wobei die Größe in den einzelnen Ländern unterschiedlich definiert wird. Manchmal beginnt groß schon ab 500 Mitarbeitern, manchmal erst ab 1000. Parallel dazu berichten immer mehr kleine und mittlere Unternehmen freiwillig, obwohl sie vielfach von den verpflichtenden Vorgaben ausgenommen sind. Außerdem nimmt die Anzahl der Länder zu, die von staatlichen Unternehmen entsprechende Veröffentlichungen erwarten.

Die Studie „carrots and sticks“ gibt auf 96 Seiten einen Einblick in die weltweite Entwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Neben den allgemeinen Trends werden einzelne Länder oder Regionen detaillierter betrachtet. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über die wesentlichsten Initiativen, Rahmenwerke und Leitlinien. Die Studie steht zum Download zur Verfügung.

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