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PC-Spenden für Schüler in Afrika – „über Bande“ gespielt

Abgeschriebene PCs kostenlos entsorgen und daraus Kapital für die Bildung von Kindern in Ostafrika schlagen: So lautet das Angebot der niederländischen Stiftung Viafrica. Seit 2011 kooperiert die Stiftung in den Niederlanden dazu mit dem IT-Verwerter SiSo. Nun ist das Angebot auch in Deutschland verfügbar.

Amsterdam (csr-news) – Abgeschriebene PCs kostenlos entsorgen und daraus Kapital für die Bildung von Kindern in Ostafrika schlagen: So lautet das Angebot der niederländischen Stiftung Viafrica. Seit 2011 kooperiert die Stiftung in den Niederlanden dazu mit dem IT-Verwerter SiSo. Nun ist das Angebot auch in Deutschland verfügbar.

Freilich muss es sich um eine ausreichende Anzahl alter PCs handeln, damit sich eine Abholung rechnet. Das Prinzip funktioniert so: SiSo sammelt die IT-Geräte ein, vernichtet die Altdaten und stellt dem Spender darüber ein Zertifikat aus. Danach werden die nicht mehr gebrauchsfähigen Geräte gemäß der EU-Richtlinie zur Entsorgung von Elektroschrott WEEE (Waste of Electric and Electronic Equipment) vernichtet. Aber auch die verwendungsfähigen Geräte werden nicht nach Afrika exportiert, sondern aufbereitet und in Europa vermarktet. Das System funktioniert ähnlich wie ein Spiel „über Bande“ im Billard:

Das Engagement von Viafrica ist ein gutes Argument, die Firma SiSo mit der PC-Entsorgung zu beauftragen, denn die Stiftung erhält den Einkaufswert dieser Geräte ausgezahlt. Damit finanziert sie ihre CLASSworks Programme in Kenia und Tansania: Weiterführende Schulen können sich dabei um die Ausstattung mit PCs bewerben. Dazu müssen sie einen geeigneten Raum anbieten und einen Lehrer, der zu einer entsprechenden Weiterbildung bereit ist. Manche Schulen leisten zudem einen finanziellen Beitrag. Der sichere Umgang mit Informationstechnologie ist für junge Ostafrikaner eine wichtige Voraussetzung für ihre berufliche Zukunft, jedoch fehlt den Schulen das Geld für eine entsprechende Ausstattung. Deshalb ist das Engagement von Viafrica so wichtig.

Die Stiftung richtet nicht nur einen PC-Raum ein, sondern übernimmt drei Jahre lang die Wartung und Reparatur der Geräte, schult Lehrer und stellt Unterrichtsmaterial zum Umgang mit IT zur Verfügung. Über 200 PC-Schulräume wurden durch CLASSworks bisher eingerichtet – in Tansania überwiegend auf dem Land, in Kenia im Umfeld der Hauptstadt Nairobi. Den Aufwand für einen vollständigen Computerraum mit zehn Computern, einem Netzwerk, Schulungen für die Lehrkräfte und drei Jahren Wartung beziffert Viafrica mit 2.800 Euro.

Das PC-Spendenangebot hat in Deutschland eine positive erste Resonanz erlebt, berichtet Projektmanagerin Laura Hinder. Allerdings braucht es eine Zeit, bis sich das Interesse der Unternehmen in konkretes Handeln umsetzen kann, denn die Intervalle für eine Erneuerung des IT-Bestandes liegen zwischen drei und fünf Jahren.

Das Angebot im Internet:
www.pc-spenden.de

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