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60 Schüler in Brasilien durch Pflanzenschutzmittel vergiftet

Rio de Janeiro (afp) – In Brasilien sind nach Berichten von Verbraucherschützern 60 Schüler durch Pflanzenschutzmittel vergiftet worden. Am 3. Mai habe ein Agrarflugzeug eine öffentliche Schule in der Gemeinde Rio Verde im Bundesstaat Goiás überflogen und dabei ein Pestizid versprüht, teilte die Kampagne gegen Pestizide und für das Leben am Donnerstag (Ortszeit) mit. Demnach mussten 28 Kinder ins Krankenhaus.

Wie die Koordinatorin einer staatlichen Informationsstelle zu Vergiftungsfragen der Nachrichtenagentur AFP sagte, klagten die Kinder nach dem Überflug des Sprühflugzeugs über Übelkeit, Kopfschmerzen und Atemprobleme. Demnach hätte das eingesetzte Pestizid überhaupt nicht aus der Luft versprüht werden dürfen – auch nicht über dem Maisfeld, das die betreffende Schule umgibt. Die Informationsstelle werde die Kinder wegen möglicher chronischer Erkrankungen weiter beobachten. Die Pestizid-Gegner kündigten Klagen gegen den Piloten und die Betreiber des Agrarfliegers an.

Brasilien ist ein Landwirtschaftsriese, der für gut ein Fünftel des weltweiten Pestizid-Verbrauchs verantwortlich ist. Die Pflanzenschutzmittel werden wegen der teils gigantischen Anbauflächen oft aus der Luft versprüht. Allein im Jahr 2011 zählte die Regierung des Landes rund 8000 Vergiftungsfälle wegen Pestiziden.