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DNWE-Jahrestagung 2013: Praxisnahe Themen und ein erfolgreicher „Turn Around“

Bei der Frage nach der Verbindlichkeit von Corporate Social Responsibility verdient die Innensteuerung der Verantwortlichen eine größere Aufmerksamkeit. „Ich glaube, dass der ‚ehrbare Kaufmann‘ sehr zeitgemäß ist, dass er innovativ und hoch relevant ist“, sagte der Bayreuther Wirtschaftsethiker Prof. Alexander Brink auf der Jahrestagung des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik. Die starke Betonung von Außensteuerung habe dazu geführt, dass sich Unternehmen mit einer Vielzahl an Standards und Zertifizierungen bereits im „roten Drehzahlbereich“ bewegten.

Berlin (csr-news) – Bei der Frage nach der Verbindlichkeit von Corporate Social Responsibility verdient die Innensteuerung der Verantwortlichen eine größere Aufmerksamkeit. „Ich glaube, dass der ‚ehrbare Kaufmann‘ sehr zeitgemäß ist, dass er innovativ und hoch relevant ist“, sagte der Bayreuther Wirtschaftsethiker Prof. Alexander Brink auf der Jahrestagung des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) am Freitag in Berlin. Die starke Betonung von Außensteuerung habe dazu geführt, dass sich Unternehmen mit einer Vielzahl an Standards und Zertifizierungen bereits im „roten Drehzahlbereich“ bewegten.

Wie Brink weiter sagte, sei der „ehrbare Kaufmann“ in doppelter Weise gebunden: an die innere Prüfinstanz des Gewissens und an die Achtungswürdigkeit vor der Gesellschaft. Eine starke intrinsische Motivation der Eigentümer und Geschäftsführer spiele gerade im Mittelstand eine große Rolle. Zwar würden in börsennotierten Unternehmen häufiger CSR-Instrumente angewendet als in inhabergeführten, jedoch lebten inhabergeführte Unternehmen Werte stärker als börsennotierte. Das Vorleben der Unternehmensleitung trage zu einer relativ stabilen Unternehmenskultur und zu einer hohen Glaubwürdigkeit im Mittelstand bei, sagte Brink.

DNWE: Wandel zum gesellschaftlichen Akteur

Brink sprach auf der DNWE-Jahrestagung, die am 14. und 15 Juni in der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin stattfand. Das wirtschaftsethische Netzwerk erlebte im vergangenen Jahr eine Vorstandsumbildung und inhaltliche Neuausrichtung; die Tagung bildete die dabei beschlossenen Schwerpunktthemen ab: Integrität, Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit. Das DNWE verstehe sich in Zukunft nicht nur als Dialogplattform für Wissenschaft und Unternehmen, sondern für alle Stakeholdergruppen, sagte der DNWE-Vorsitzende Prof. Josef Wieland gegenüber CSR NEWS. „Ich möchte den Wandel zu einem gesellschaftlichen Akteur hinkriegen.“ Das Netzwerk wolle Ansprechpartner für die Politik sein und sei dazu bereits im CSR-Forum der Bundesregierung vertreten.

Der Turn-Around des DNWE, der von internen Konflikten über die Zielsetzung und Mittelverwendung begleitet war, sei gelungen, so Wieland. Dies zeige sich etwa an den stabilen Mitgliederzahlen. Mit seinen Projekten, Fach- und Regionalforen sei das DNWE breit aufgestellt. Zufrieden zeigte sich der Vorsitzende mit dem Verlauf der Jahrestagung. Es sei eine Arbeitstagung gewesen, die Aktivitäten der Regionalforen und der DNWE-Mitglieder abbildete, sagte Wieland. Die mit 80 Anmeldungen geringe Teilnehmerzahl sei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass es in diesem Jahr bereits zwei andere DNWE-Veranstaltungen in Berlin gab: Die Eröffnung des Hauptstadtbüros am 31. Januar und ein Symposium aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Netzwerks am 18. Mai. Zusammengenommen habe das DNWE auch in diesem Jahr „seine Klientel erreicht“, so Wieland.

Das im Mai 1993 gegründete Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik vereinigt etwa 500 persönliche und institutionelle Mitglieder aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verbänden und Kirchen. Es will den Austausch über ethische Fragen des Wirtschaftens fördern und zu einer ethischen Orientierung wirtschaftlichen Handeln beitragen.

Das DNWE im Internet:
www.dnwe.de

Hier erfahren Sie mehr über weitere Tagungsthemen:

>> DNWE-Jahrestagung: Nachhaltigkeit nicht Kapitalmarkt überlassen

>> Compliance-Industrie oder wirksame Prävention? Expertendiskussion beim DNWE

Foto: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Campus Wilhelminenhof

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