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Polizei in Bangladesch feuert Tränengas auf Textilarbeiter – Primark will dort alle Zulieferer prüfen

Bei einer Demonstration für höhere Löhne in den Kleiderfabriken von Bangladesch hat die Polizei am Montag hart durchgegriffen: Sie feuerte Tränengas und Gummigeschosse auf die rund 5000 Arbeiter, die sich in einem Gewerbegebiet in der Hauptstadt Dhaka versammelt hatten. Unterdes kündigte die irische Billigtextilkette Primark an, nun alle ihre Zulieferer in Bangladesch zu kontrollieren.

Dhaka (afp) – Bei einer Demonstration für höhere Löhne in den Kleiderfabriken von Bangladesch hat die Polizei am Montag hart durchgegriffen: Sie feuerte Tränengas und Gummigeschosse auf die rund 5000 Arbeiter, die sich in einem Gewerbegebiet in der Hauptstadt Dhaka versammelt hatten. Mehrere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Die Demonstranten hätten eine Straße blockiert und dann Autos und Fenster demoliert, sagte der örtliche Polizeichef Monir Uz Zaman der Nachrichtenagentur AFP, um den Einsatz zu rechtfertigen.

Auch nördlich der Hauptstadt gerieten Arbeiter und die Polizei aneinander. Rund 2000 Arbeiter protestierten gegen die Schließung ihrer Fabrik. Der Eigentümer habe die Fabrik dichtgemacht, nachdem die Arbeiter tagelang für höhere Löhne gestreikt hatten, sagte ein Vertreter der Polizei dort.

Die Regierung lässt derzeit eine Anhebung des Mindestlohns prüfen. Seit November gab es mehrere Unglücke in Textilfabriken. Am folgenschwersten war der Einsturz einer Fabrik im April, bei dem mehr als 1100 Menschen getötet wurden.

Die irische Billigtextilkette Primark will nun alle ihre Zulieferer in Bangladesch kontrollieren. Primark arbeite in Bangladesch mit 100 Fabriken zusammen, sagte der Chefjurist der Firma, Paul Lister, dem „Tagesspiegel“ vom Montag. „Wir kontrollieren jetzt in all diesen Fabriken die Bausicherheit.“ Primark beginne mit den größten Standorten, werde aber jede einzelne Fabrik unter die Lupe nehmen.

Der Textil-Discounter bietet Kleidung günstiger als H&M oder Zara an und hat in Deutschland mittlerweile zehn Filialen. T-Shirts kosten teilweise 2,50 Euro. Lister sagte, wie teuer eine Ware im Laden sei, sagte nichts darüber aus, unter welchen ethischen Umständen sie produziert worden sei. In denselben Fabriken, in denen Primark nähen lasse, ließen Konkurrenten T-Shirts für zehn oder sogar 30 Euro herstellen. Primark kaufe günstig ein, weil das Unternehmen große Mengen abnehme, lange im Voraus ordere und die Lieferanten schnell bezahle, erklärte Lister die niedrigen Preise.

„Wenn sich ein Kleidungsstück super verkauft, produzieren wir es in Großbritannien“, sagte Lister der Zeitung. Insgesamt würden nur rund zehn Prozent der Primark-Kleidungsstücke in Bangladesch gefertigt. Das meiste werde in China genäht. „Wir lassen aber auch in Indien, der Türkei und Osteuropa fertigen. Sogar in Großbritannien.“

Die Verkäufe der Textilkette seien nach dem Unglück in Bangladesch „überhaupt nicht“ eingebrochen, sagte Lister dem Blatt. „Aber wir wissen, dass die Kunden sicher sein wollen, dass wir uns um unsere Arbeiter in den Zulieferbetrieben kümmern.“

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