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Börsen: Investoren fordern weltweiten Berichtsstandard

Eine Initiative des Investorennetzwerks INCR will weltweit einheitliche Berichtsstandards für börsennotierte Unternehmen durchsetzen. Die Gruppe, zu der auch Schwergewichte wie der Vermögensverwalter Blackrock gehören, hatte dazu einen Entwurf zur Diskussion gestellt. Zahlreiche Investoren rund um den Globus haben geantwortet. Erste Ergebnisse sind bekannt, eine überarbeitete Fassung ist für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt.

Boston (csr-news) > Eine Initiative des Investorennetzwerks INCR will weltweit einheitliche Berichtsstandards für börsennotierte Unternehmen durchsetzen. Die Gruppe, zu der auch Schwergewichte wie der Vermögensverwalter Blackrock gehören, hatte dazu einen Entwurf zur Diskussion gestellt. Zahlreiche Investoren rund um den Globus haben geantwortet. Erste Ergebnisse sind bekannt, eine überarbeitete Fassung ist für die zweite Jahreshälfte in Aussicht gestellt.

Schon heute haben zahlreiche Börsen eigene Leitlinien für die Berichterstattung von ESG-Kriterien etabliert oder planen dies zu tun. Zu den Vorreitern gehört die Börse Johannesburg, die bereits hohe Transparenzanforderungen an die gelisteten Unternehmen stellt. Die Deutsche Börse setzt derzeit noch auf freiwillige Berichte, leistet den Unternehmen dabei aber Unterstützung. Den Investoren von „Investor Network on Climate Risk“ ist dies nicht genug. Sie wollen einen weltweit gültigen Standard für eine integrierte Finanzberichterstattung. Ihnen geht es um Vergleichbarkeit und um eine höhere Relevanz in der Berichterstattung. Damit stellen sie eine Forderung, die von den neuen GRI-Richtlinien ebenfalls aufgegriffen wurde. Deshalb wurde eine Orientierung an den G4-Richtlinien auch von einigen Investoren empfohlen. Auch Allianz Global Investors hält eine Anlehnung an etablierten Standards wie GRI für den richtigen Weg, allerdings sollten diese regelmäßig überprüft werden. Dafür schlagen die Initiatoren einen Zeitraum von fünf Jahren vor. Dies sei zu lange, antwortet Allianz Global Investors, weil die Einführung von ESG-Listing-Standards noch in den Kinderschuhen steckt, und schlägt stattdessen einen Zeitraum von 2-3 Jahren vor. Klar ist, den Börsen kommt bei der Verbreitung einheitlicher Standards eine besondere Bedeutung zu, heißt es beim INCR. „Wir glauben, dass unser Vorschlag eine gute Balance zwischen den Bedürfnissen der Investoren nach konsistenten und vergleichbaren ESG-Informationen und dem Bedarf der Unternehmen nach Flexibilität ist“, sagte Gwen Le Berre, Vice President bei Blackrock. Bislang fehle es vielen Berichten an Tiefe, Relevanz und Vergleichbarkeit, so die Investoren. Auf Basis des „comply-or-explain“-Ansatzes sollen die Unternehmen dann in acht Kategorien berichten. Dazu gehören beispielsweise die Themen Klimawandel, Diversity und Mitarbeiter, aber auch Themen wie Menschenrechte, Produktverantwortung und Verantwortung in der Lieferkette. Die öffentliche Konsultation ist inzwischen beendet. Zahlreiche Investoren aus der ganzen Welt haben sich beteiligt, ihre Sicht dargelegt und ergänzende Vorschläge gemacht. Diese fließen nun in die Endfassung ein, die auf der Jahrestagung der World Federation of Exchanges im Oktober vorgelegt wird.

Der Vorschlag des INCR ist online einsehbar, ebenso wie die Antworten der Investoren.

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