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Unbefristete Arbeitsverträge sind Beschäftigten besonders wichtig

Frankfurt/Main(afp) – Unbefristete Arbeitsverträge und ein regelmäßiges Einkommen sind Arbeitnehmern in Deutschland besonders wichtig. Das ist ein Ergebnis einer am Dienstag in Frankfurt am Main vorgestellten großangelegten Befragung der Gewerkschaft IG Metall unter mehr als 500.000 Beschäftigten. 88 Prozent der Befragten nannten unbefristete Arbeitsverträge „sehr wichtig“, für 83 Prozent hatte ein „verlässliches Einkommen“ das stärkste Gewicht.

Mehr als 90 Prozent forderten nach Angaben der IG Metall zudem eine Eindämmung des Niedriglohnsektors. Ein Anliegen der Beschäftigten ist demnach auch die Weiterbildung. 73 Prozent sahen sie als wesentlichen Faktor der beruflichen Entwicklung.

Die Gewerkschaft wertete die Ergebnisse als Beleg für eine thematische Entfremdung zwischen Beschäftigten und Politik. „Die Parteien diskutieren im Wahlkampf 2013 bisher völlig an den Menschen vorbei“, erklärte Berthold Huber, Vorsitzender der IG Metall. Er vermisse Debatten über eine „neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt“, Bildungschancen, faire Altersübergänge und die Vereinbarkeit von Familien und Beruf.

„Ich sage der Politik: Sie werden die Menschen nur dann für Wahlen begeistern, wenn Sie deren Themen bearbeiten“, erklärte Huber. In Deutschland war in den vergangenen Tagen und Wochen verstärkt über sinkende Wahlbeteiligung und Wahlverweigerung diskutiert worden.

Anlass war unter anderem eine am Montag vorgestellte Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zu den Motiven von deutschen Nichtwählern. Eines der Ergebnisse war, dass sich viele Nichtwähler nicht aus Überzeugung enthalten, sondern aus Unzufriedenheit. Sie wünschten sich eine „kümmernde Politik“, die sie wieder neu zur Stimmabgabe motivieren würde.

Die Befragung der IG Metall war deren Angaben zufolge die größte Umfrage unter Beschäftigten in Deutschland. 514.134 Mitarbeiter aus mehr als 8400 Betrieben nahmen zwischen Februar und April 2013 teil. Etwa ein Drittel war demnach kein Gewerkschaftsmitglied. Wegen der großen Teilnehmerzahl zeichne die Umfrage ein repräsentatives Stimmungsbild, erklärte die IG Metall.