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Kambodschas Regierungschef warnt Textilarbeiter vor Protesten

Phnom Penh (afp) – Angesichts einer Protestwelle der Textilarbeiter in Kambodscha hat Regierungschef Hun Sen die Demonstranten gewarnt: Wer höhere Löhne verlange, vertreibe die Investoren möglicherweise aus dem Land. „Es ist sehr leicht für Textil- und Schuhhersteller, das Land zu verlassen“, sagte Hun Sen am Mittwoch in einer landesweit ausgestrahlten Rundfunkansprache. „Wenn die Investoren weiterziehen, dann wäre das eine große Katastrophe für Kambodscha.“ Schon jetzt sei Arbeit in Birma, Laos oder Indien billiger.

In Kambodscha gab es zuletzt mehrfach Proteste von Arbeitern in Fabriken, die für westliche Unternehmen produzieren. Die Proteste richten sich gegen Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen. Die Regierung geht mit großer Härte gegen solche Proteste vor. Am Mittwoch demonstrierten am Rande der Hauptstadt Phnom Penh Arbeiter einer Zulieferfirma für die schwedische Modekette H&M für eine bessere Gesundheitsvorsorge, wie ein AFP-Fotograf berichtete.

Der Gewerkschafter Chea Mony sagte der Nachrichtenagentur AFP, Hun Sen wisse nichts über das harte Leben der Textilarbeiter. Die Fabrikbesitzer würden die Gesetze und die Rechte der Arbeiter missachten. In der Textilindustrie in Kambodscha arbeiten rund 650.000 Menschen, die Branche ist ein wichtiger Devisenbringer für das Land. Der Durchschnittslohn eines Arbeiters beträgt pro Monat rund 110 Dollar (82 Euro), Überstunden inklusive.

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