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Palmöl-Produzenten sollen Schuld an Rauchglocke über Singapur sein

Jakarta (afp) – Großbrände auf Palmöl-Plantagen der indonesischen Insel Sumatra sind nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace für die dramatisch schlechte Luftqualität im benachbarten Singapur verantwortlich. Zwischen dem 11. und 21. Juni aufgenommene Satellitenbilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten Brandherde auf Anbauflächen von Konzernen aus Malaysia, Indonesien und Singapur, teilte Greenpeace am Samstag mit. Die Organisation appellierte an die Palmöl-Hersteller, sofort Löschteams zu entsenden und künftig auf jegliche Waldrodungen zu verzichten.

Zuvor hatte das indonesische Umweltministerium erklärt, dass acht Konzerne für die Brände verantwortlich seien. Nach Abschluss der Ermittlungen müssten diese mit der Veröffentlichung ihrer Namen rechnen.

Infolge der Waldbrände hatte die Luftverschmutzung in Singapur neue Rekordwerte erreicht. Am Freitag überstieg der Smogindex dort nach Regierungsangaben den kritischen Wert 400, was für kranke und ältere Menschen lebensgefährlich sein kann. Ab der Marke 300 gilt Smog in dem Stadtstaat mit 5,3 Millionen Einwohnern als gesundheitsgefährdend. Bis zum Samstagmorgen ging der Wert den Angaben zufolge auf immer noch „gefährliche“ 323 zurück.

Obwohl sich das Problem der Rauchglocke über Singapur alljährlich wiederholt, war es noch nie so schlimm wie dieses Jahr. Spannungen zwischen den Regierungen beider Länder waren die Folge: Singapurs Umweltminister Vivian Balakrishnan reiste am Freitag nach Jakarta und forderte die indonesische Regierung auf, „entschieden und schnell zu handeln“.

Die indonesischen Behörden versuchten die Brände am Freitag mit künstlich erzeugtem Regen zu löschen. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde sollten zwei Hubschrauber chemische Substanzen auf die Wolken über den betroffenen Gebieten Sumatras sprühen.