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Fabrik in Bangladesch nach Panik wegen Mauerrissen geschlossen

Dhaka (afp) – Zwei Monate nach dem tödlichen Fabrikeinsturz in Bangladesch ist eine achtgeschossige Textilfabrik geschlossen worden, nachdem Arbeiter wegen Rissen im Mauerwerk in Panik geraten waren. Der Zugang sei für die Dauer einer Untersuchung durch Experten gesperrt, sagte ein Vertreter der Lokalregierung am Mittwoch. Der Komplex steht am Stadtrand von Dhaka, in der Nachbarschaft war vor zwei Monaten eine Textilfabrik zusammengestürzt und hatte 1229 Menschen in den Tod gerissen.

„Nach der schrecklichen Tragödie können wir kein Risiko eingehen“, sagte der Regierungsvertreter. In der Fabrik arbeiten normalerweise rund 5000 Menschen. Auch in der im April eingestürzten Fabrik hatten sich zuvor Risse gezeigt, die Fabrikeigentümer hatten ihre Angestellten dennoch aufgerufen zur Arbeit zu kommen.

Die Katastrophe hatte ein Schlaglicht auf die gefährlichen Arbeitsbedingungen in der für das Land wichtigen Textilindustrie geworfen. Eine Reihe internationaler Firmen unterzeichnete daraufhin ein Abkommen zur Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen. Die Behörden von Bangladesch hatten als erste Reaktion dutzende Fabriken geschlossen. 17 von ihnen wurden nach Inspektionen inzwischen wieder geöffnet.