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Flughafen Stuttgart: Umweltschutz im Ländle

Mit rund 9,7 Millionen Passagieren im Jahr gehört der Stuttgarter Airport (STB) zwar nicht zu den ganz großen Flughäfen in Deutschland, für die Region ist er aber ein wichtiger Verkehrs- und Wirtschaftsfaktor. Dabei soll die Umwelt möglichst wenig belastet werden. Ob das gelingt, darüber klärt der neue Umweltbericht auf.

Stuttgart (csr-news) > Mit rund 9,7 Millionen Passagieren im Jahr gehört der Stuttgarter Airport (STB) zwar nicht zu den ganz großen Flughäfen in Deutschland, für die Region ist er aber ein wichtiger Verkehrs- und Wirtschaftsfaktor. Dabei soll die Umwelt möglichst wenig belastet werden. Ob das gelingt, darüber klärt der neue Umweltbericht auf.

Bis zu 400 Starts und Landungen werden täglich auf dem Stuttgarter Flughafen abgewickelt. Hinzu kommt der Transfer der fast zehn Millionen Passagiere sowie die Abfertigung von 21.000 Tonnen Luftfracht und 11.000 Tonnen Luftpost. Ohne Belastungen für Umwelt, Klima und Anwohner ist das nicht möglich. Nicht auf alle Faktoren kann der Flughafen Einfluss ausüben, etwa auf die durch den Flugbetrieb verursachten CO2-Emissionen. „Dort aber, wo wir durch bewusste Entscheidungen und technische Lösungen dazu beitragen können, Belastungen für Mensch und Natur zu reduzieren, tun wir dies konsequent“, schreiben die Geschäftsführer Georg Fundel und Walter Schoefer im Vorwort zum neuen Umweltbericht.

Erstmals hat der Flughafen für sein Umweltengagement nun das EMAS (Eco Management and Audit Scheme) Umweltsiegel. „Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, dass wir ökologische Belange mit Augenmaß, Strategie und Verstand angehen“, so Schoefer. Der aktuelle Umweltbericht ist zugleich die nach EMAS erforderliche Umwelterklärung. Fundel: „Seit 2010 veröffentlichen wir unsere Umweltkennzahlen und schreiben unser Umweltprogramm fort. Im neuen Bericht machen wir transparent, welche unserer Ziele wir in den vergangenen drei Jahren erreicht haben und welche neuen Projekte wir ins Leben gerufen haben“. Vor allem die CO2-Bilanz fällt dabei positiv aus, gegenüber 2010 haben sich die Emissionen von 20.743 auf 18.612 Tonnen CO2 reduziert. Einen kleinen Beitrag dazu leisten die Fahrzeuge des flughafeneigenen Fuhrparks. Schon bei der Beschaffung wird auf die jeweils effizienteste, verfügbare Antriebstechnik gesetzt. Dort wo es möglich ist, werden Elektro- oder Hybridfahrzeuge eingesetzt. Im Rahmen einer dreijährigen Testphase setzt der Flughafen zudem brennstoffzellenbetriebene Follow-me-Fahrzeuge ein. Diese lotsen gelandete Flugzeuge abgasfrei und nahezu lautlos zu ihren Parkpositionen. Größeren Einfluss, wenn auch für den Flughafenbetreiber kaum veränderbar, haben die Emissionen der Flugzeuge. Deshalb wird den Passagieren die Kompensation der Emissionen über atmosfair angeboten. Eine andere Möglichkeit der Emissionsreduzierung bieten die geparkten Flugzeuge, Sie werden möglichst nicht an Dieselgeneratoren angeschlossen, sondern werden mit dem Starkstromnetz verkabelt. Rund 210 Tonnen CO2 werden auf diesem Weg jährlich eingespart.

Für die Anwohner wird die Lärmbelästigung das entscheidende Thema sein. Rund 11.000 Bewohner leben im direkten Lärmschutzbereich des Flughafens und sind somit von den Auswirkungen betroffen. Die Belastung so gering wie möglich zu halten ist das Ziel der Flughafenbetreiber. Da dies naturgemäß nicht vollständig gelingen kann, kommt Entgeltpolitik und baulichen Schallschutzmaßnahmen eine besondere Bedeutung zu. Der Grenzwert, wie viel Lärm als Belastung empfunden wird, liegt bei 67dB Dauerschallpegel. Die Fläche, auf der eine solche Lärmbelästigung gemessen wird, wurde in den vergangenen Jahren von 19 auf aktuell 3 Quadratkilometer reduziert. Nachts muss der zumutbare Lärm mit 57 dB noch etwas niedriger liegen, gemessen wird dieser auf einer Fläche von vier Quadratkilometern. Als wirksames Mittel hat sich die Entgeltpolitik herausgestellt, die die FSG direkt an die Lärmbelastung der eingesetzten Flugzeuge gekoppelt hat. Damit werden für die Airlines Anreize geschaffen, möglichst geräuscharme Flugzeuge einzusetzen. Je nach Geräuschpegel werden sie in sechs Kategorien eingeteilt: je lauter die Maschine, desto höher der fällige Festbetrag für Start und Landung.

„Der Flughafen Stuttgart muss seine Auswirkungen auf die Umwelt transparent machen und kontinuierlich verbessern. Damit trägt er in vorbildlicher Weise zu einer nachhaltigen Entwicklung Baden-Württembergs bei“, sagte Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller anlässlich der Auszeichnung des Flughafens. Am Ziel sehen sich die Betreiber aber noch nicht. Weiteres Wachstum soll klimaneutral erfolgen und die bisherigen CO2-Emissionen sollen bis 2020 um zwanzig Prozent gesenkt werden. Als Meilenstein bezeichnete FSG-Geschäftsführer Schoefer das Umweltsiegel, wichtig um „dauerhaft einer der nachhaltigsten Flughäfen Europas zu werden“.

Der Umweltbericht zum Download. Der Fairport-Kodex zum Download.

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