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Gewerkschaft NGG fordert „soziales Siegel“ für Fleischprodukte

Osnabrück (afp) – Angesichts oft fragwürdiger Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie hat die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) neben Biosiegeln auch ein soziales Siegel für Fleischprodukte gefordert. „Das Siegel könnte zeigen: Diese Ware kommt aus einem Unternehmen, in dem es einen Betriebsrat gibt, in dem der Tarifvertrag eingehalten wird, wo ausgebildet wird“, sagte der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag.

In der Fleischbranche werde die Würde des Menschen mit dem Instrument des Werkvertrags häufig untergraben, sagte Möllenberg weiter. Neben dem Tierwohl müsse „mindestens gleichberechtigt auch eine artgerechte Arbeitnehmerhaltung“ im Mittelpunkt stehen, forderte er. Der Gewerkschaftsvorsitzende sieht vor allem die großen Fleischkonzerne in der Verantwortung. Sie müssten dafür haftbar gemacht werden, was mit den Angestellten von Subunternehmen geschehe, die für sie arbeiteten.

Möllenberg wiederholte die Forderung nach einem Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Dass damit die Schlachtung in Deutschland zu teuer werde, wies er zurück: Deutschland dürfe sich nicht an einem Wettlauf um die billigsten Löhne beteiligen, Deutschland müsse sich dem Wettlauf um bessere und qualitativ hochwertige Produkte stellen.