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Vom „Greenwashing“ und Schwarzmalen

In ihrem letzten Beitrag im Blog „Nach bestem Wissen und Gewissen“ hatte die Autorin Silke Masurat dafür plädiert, dass gesellschaftliches Engagement von Unternehmen doch bitte mit deren Kerngeschäft zu tun haben sollte. Doch Vorsicht: Damit kann man sich auch angreifbar machen.

Überlingen (csr-service) – In ihrem letzten Beitrag im Blog „Nach bestem Wissen und Gewissen“ hatte die Autorin Silke Masurat dafür plädiert, dass gesellschaftliches Engagement von Unternehmen doch bitte mit deren Kerngeschäft zu tun haben sollte. Doch Vorsicht: Damit kann man sich auch angreifbar machen.

Konkret geht es um das Unternehmen Intersnack bzw. dessen Bewegungs-Projekt „Fit am Ball“. Intersnack, bekannt für seine Marken „funny-frisch“, „Chio“ oder auch „Pom-Bär“, hat damit das nach eigenen Angaben derzeit größte, privat finanzierte Projekt zur Förderung des Schulsports in Deutschland am Start. Seit 2003 wurden bereits über 1.700 Schulen finanziell, materiell sowie inhaltlich-didaktisch unterstützt, um mehr Bewegung in den Schulalltag zu integrieren.

Der Aufschrei bei so etwas – Hersteller ungesunder Nahrungsmittel wirft sich das Deckmäntelchen „Bewegung“ über, um von Fett- und Kaloriengehalt seiner Produkte abzulenken – lässt erfahrungsgemäß nicht lange auf sich warten. Und das Argument der Gegner, solche Aktionen dienen lediglich als geschickter Marketingschachzug, um die noch leicht manipulierbaren Kinder frühzeitig für Marken und Produkte zu gewinnen, die nicht gut sind für sie, leuchtet auch absolut ein.

Aber, ist die Aktion deshalb komplett abzulehnen? Denn eigentlich geht es doch bei gesellschaftlichem Engagement von Unternehmen genau darum: Intersnack ist sich bewusst, dass seine Produkte nicht gesund sind und bei den Nährstoffen ganz sicher nicht mit einem Apfel oder einer Scheibe Vollkornbrot mithalten können. Die eine Alternative wäre zu sagen: Wir machen den Laden dicht. Aber ich denke, wir sind uns einig, dass das nicht wirklich eine Alternative ist. Schließlich gibt es auch noch die Verantwortung den Mitarbeitern gegenüber, die Funktion als Gewerbesteuerzahler, womit der Gesellschaft auch geholfen wird etc. Eine zweite Möglichkeit wäre das Entwickeln „gesunder“ Snacks, wie es Intersnack ja schon versucht. Da ist aber sicher noch Luft nach oben. Außerdem könnte das Unternehmen Kooperationen mit Apfelbauern oder -händlern initiieren und jeder Packung Chips einen Apfel beilegen. Oder, oder oder…

Eine weitere Möglichkeit ist aber eben zu sagen: Okay, meine Produkte sind nicht gesund. Dann sorge ich aber dafür, dass sie im Rahmen einer Ernährungsberatung richtig eingeschätzt oder deren Kaloriengehalt durch Sport und mehr Bewegung ausgeglichen werden können. Das ist Engagement nah am Kerngeschäft.

Wohlgemerkt: Ich will solche Aktionen und Schulmarketing hier ganz sicher nicht mit einer weißen Weste ausstatten. Aber ganz schwarz ist diese Weste eben auch nicht. Oder was meinen Sie?

Herzlichst

Ihre

Silke Masurat