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10 Jahre BSCI: Bestandsaufnahme und Diskussion über den Kodex

Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) feierte in der vergangenen Woche ihr 10-jähriges Bestehen. Über 1.000 Unternehmen und Verbände aus den Bereichen Textil, Nahrung und Konsumgüter haben sich der Initiative der Foreign Trade Association angeschlossen und über 20.000 Audits nach dem BSCI-Kodex durchgeführt – der nun in einer öffentlichen Diskussion weiterentwickelt werden soll.

Brüssel (csr-news) – Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) feierte in der vergangenen Woche ihr 10-jähriges Bestehen. Über 1.000 Unternehmen und Verbände aus den Bereichen Textil, Nahrung und Konsumgüter haben sich der Initiative der Foreign Trade Association angeschlossen und über 20.000 Audits nach dem BSCI-Kodex durchgeführt. Als eine Antwort auf die Kritik von Nichtregierungsorganisationen gehören seit 2011 NGO-Vertreter zum „Steering Committee“ der Handelsinitiative.

Die aus einem Projekt der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) hervorgegangene BSCI hat anlässlich ihres Jubiläums Logistikwissenschaftler der Universität St. Gallen mit einer Studie zu den Ergebnissen ihrer Arbeit beauftragt und veröffentlichte daraus die folgenden Ergebnisse:

Zulieferer der BSCI-Mitglieder sitzen überwiegend in China, Indien, Bangladesch, Vietnam und der Türkei. Die Zahl der Lieferanten, die dem BSCI-Code of Conduct entsprechen, wächst: Im Nonfood-Bereich waren es zuletzt 60 Prozent, in der landwirtschaftlichen Produktion habe es schlechter ausgesehen. Im Neun-Jahres-Durchschnitt seien 42 Prozent der Zulieferer als „gut“ auditiert worden, mit deutlichen regionalen Unterschieden. So hätten indische Zulieferer vergleichsweise gut und Unternehmen aus Bangladesch und Vietnam mit Entsprechungsquoten von durchschnittlich 40 Prozent vergleichsweise schlecht abgeschnitten. Die größten Fortschritte erzielten Unternehmen aus China mit einer Verbesserung ihrer Entsprechungsquoten von durchschnittlich 18 Prozent im Jahr 2008 auf 62 Prozent im Jahr 2011.

Die BSCI versteht sich selbst als einen entwicklungsorientierten Ansatz: Audits bilden dabei den Ausgangspunkt für Verbesserungen in den Zulieferbetrieben, bei denen die Initiative Lieferanten ihrer Mitglieder unterstützt. Durch einen einheitlichen Kodex – anknüpfend an die ILO-Kernarbeitsnormen, die OECD Guidelines und den UN Global Compact – und einheitliche Zertifizierungen will sie Kosteneinsparungen verwirklichen. Zudem will die BSCI einen Dialog mit allen relevanten Stakeholdern führen. NGOs kritisieren eine fehlende Transparenz seitens der BSCI, deren Mitglieder wiederum darauf verweisen, dass die Arbeit mit den Zulieferern Vertrauen braucht.

Ihren Code of Conduct will die BSCI nun in einer öffentlichen Diskussion weiterentwickeln und stabil und inspirierend für die nächsten zehn Jahre gestalten, wie es in einer Meldung dazu heißt. Veröffentlicht werden soll der neue Kodex im Jahr 2014.

>> Hier geht es zur Diskussion über den neuen BSCI-Code of Conduct.

>> Hier geht es zu der aktuellen Studie der Universität St. Gallen „10 Years of the BSCI“