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Zahl der Frauen in Chefetagen steigt langsam

München (afp) – Frauen bahnen sich immer häufiger den Weg in die Chefetagen deutscher Großkonzerne – doch ihr Anteil bleibt gering. 7,4 Prozent der Vorstände in den 30 größten börsennotierten Unternehmen waren im Juni Frauen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ergab. Damit war der Anteil der Managerinnen doppelt so hoch wie vor zwei Jahren.

In den Kontrollgremien der Konzerne des Deutschen Aktienindex (Dax), den Aufsichtsräten, habe sich der Frauenanteil in den vergangenen beiden Jahren von 16 auf 22 Prozent erhöht, hieß es in der BDI-Analyse. Steigende Frauenanteile gab es demnach auch in den Aufsichtsräten der kleineren 130 börsennotierten Firmen aus den Inidzes MDax, SDax und TecDax. In den Kontrollgremien der 50 mittelgroßen Firmen des MDax liegt der Frauenanteil bei 3,7 Prozent. Anfang 2011 betrug der Wert einer Studie der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ (Fidar) zufolge noch 1,87 Prozent.

Den größten Frauenanteil in Aufsichtsräten gibt es im Technologie-Index TecDax mit mittlerweile 15 Prozent, wie aus der BDI-Analyse hervorging. Im SDax der 50 kleineren börsennotierten Unternehmen belief sich der Frauenanteil laut Untersuchung auf 13 Prozent.

Der wachsende Frauenanteil im Management der Unternehmen in den wichtigsten Börsensegmenten zeige, dass „die Selbstverpflichtungen der Wirtschaft greifen“, wie Holger Lösch erklärte, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Gesetzliche „Zwangsquoten“ hingegen gefährdeten „die Balance zwischen der verfassungsrechtlich garantierten unternehmerischen Freiheit und der sinnvollen Einbindung beider Geschlechter in der Privatwirtschaft“. Der Verband warne daher „nachdrücklich vor pauschalen Einheitsquoten“.