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Greenpeace: Immer mehr Palmöl in Diesel-Kraftstoff

Hamburg (afp) – Diesel-Kraftstoff enthält einer Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace zufolge zunehmend ökologisch fragwürdig produziertes Palmöl. Seit 2011 habe sich der Palmöl-Anteil im Biodiesel verdreifacht, teilte Greenpeace am Donnerstag in Hamburg mit. Biodiesel wird dem normalen Diesel bis zu sieben Prozent gesetzlich verpflichtend beigemischt. Der Rapsöl-Anteil hingegen ist laut Greenpeace „stark gesunken“. Die Organisation untersuchte nach eigenen Angaben 15 Kraftstoffproben, die in Hamburg, München und Berlin an verschiedenen Markentankstellen genommen und in einem unabhängigen Labor untersucht worden seien.

In Indonesien würden für den Anbau neuer Ölpalmen-Plantagen „großflächig Regenwälder vernichtet“ und dabei klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt, kritisierte Greenpeace. Speziell in diesem Jahr hätten illegale Brandrodungen in verschiedenen Palmöl-Erzeugerländern „ein gefährliches Ausmaß“ angenommen. Die Luftqualität in Sumatra, Singapur und Teilen Malaysias sei aufgrund von Waldbränden in den vergangenen Wochen so schlecht gewesen wie nie zuvor. Eine Analyse von Greenpeace habe gezeigt, dass „hunderte“ der Brände in lizenzierten Anbaugebieten für Ölpalmen gelegen hätten.

Das EU-Parlament debattiert derzeit über die Deckelung des Biosprit-Anteils am Gesamtverbrauch. Im Herbst vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, den Biosprit-Anteil auf fünf Prozent der Gesamtnutzung zu begrenzen. Biosprit-Hersteller, Agrarhändler und Importeure stemmen sich laut Greenpeace gegen diese Pläne und fordern stattdessen eine Ausdehnung der Quoten.

Am kommenden Mittwoch soll demnach der Umweltausschuss über die geplanten Regelungen abstimmen. Greenpeace forderte, die EU-Parlamentarier müssten den Einsatz von Biosprit „deutlich begrenzen“. Biosprit löse keine Umweltprobleme, „sondern schafft neue“, kritisierte die Umweltorganisation.

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