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Regional ist regional – und mehr nicht: Neues Kennzeichen soll Klarheit schaffen

Mit regionalen Lebensmitteln verbinden Kunden hohe Erwartungen: Umweltschutz, Biodiversität und eine Stärkung der regionalen Wirtschaft. Jedoch garantieren regionale Lebensmittel nicht mehr als eine bestimmte Herkunft, berichtet die Stiftung Warentest in ihrer Juli-Ausgabe des Magazins „test“.

Berlin (csr-news) – Mit regionalen Lebensmitteln verbinden Kunden hohe Erwartungen: Umweltschutz, Biodiversität und eine Stärkung der regionalen Wirtschaft. Jedoch garantieren regionale Lebensmittel nicht mehr als eine bestimmte Herkunft, berichtet die Stiftung Warentest in ihrer Juli-Ausgabe des Magazins „test“.

Bei den Recherchen der Stiftung konnten nur wenige Anbieter regionaler Produkte belegen, dass sie den Erzeugern höhere Preise zahlen. Als „ernüchternd“ bezeichneten die Tester die Arbeitsbedingungen in Keltereien, Molkereien und Legebetrieben. „Gerade kleine Betriebe arbeiten häufig mit Aushilfskräften und Minijobbern, außerdem gelten dort keine Tarifverträge“, heißt es in dem Bericht. Auch „Produkte vom Bauern um die Ecke“ stammten häufig aus Massentierhaltung. So kamen die Eier von 7 der 13 getesteten Legebetriebe aus Bodenhaltung, bei der die Hennen keinen Auslauf im Freien erhalten. Viele Legehennenbetriebe lehnten einen Besuch der Warentester ab – meist ohne Begründung.

Was Verbraucher unter „regional“ verstehen, variiert deutlich. Nach einer Befragung der Stiftung Warentest unter 1.000 Verbrauchern sind es am ehesten ein Landkreis, ein Naturraum oder ein Bundesland. Bei der Isotopenanalyse regionaler Produkte fanden die Tester keine Hinweise auf eine Falschdeklaration. Jedoch erwies sich auch das Verständnis der Erzeuger von Regionalität als sehr unterschiedlich.

Wegen einer Vielzahl der Siegel für regionale Produkte geben diese dem Verbraucher kaum Orientierung. Eine Übersicht der angebotenen Siegel bietet die Stiftung >> im Internet.

Besondere Erwartungen richten die Tester auf eine neue Kennzeichnung, die zum Jahresanfang erstmals in den Supermärkten von fünf Testregionen gezeigt wurde: das Regionalfenster. Dazu hat das Bundeslandwirtschaftsministerium im August 2012 ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt gestartet. Das Siegel soll eine freiwillige, zuverlässige und transparente Kennzeichnung bieten und den Verbraucher mit einem Blick auf die Verpackung erkennen lassen, was an dem Produkt „regional“ ist. Das Regionalfenster soll ein reines Deklarationsfeld sein und Aussagen zur Herkunft der eingesetzten landwirtschaftlichen Zutaten sowie zum Ort der Verarbeitung enthalten. Derzeit werden die Erfahrungen aus den Testmärkten und eine Verbraucherbefragung ausgewertet. Als Trägerorganisation für diese Kennzeichnung wurde ebenfalls im August 2012 von Verbänden und Unternehmen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Fulda der eingetragene Verein Regionalfenster gegründet. Dieser arbeitet derzeit noch die Vergaberichtlinien aus. Ab dem Herbst soll das Regionalfenster als Kennzeichnung im Handel verwendet werden können.

Weitere Informationen im Internet:
www.regionalfenster.de