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Nur jede zehnte untersuchte Textilfabrik in Bangladesch ist sicher

Dhaka (afp) – Auch nach dem folgenschweren Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch leiden zahlreiche Fabrikgebäude in dem Land unter erheblichen Sicherheitsmängeln. Nur knapp jede zehnte Textilfabrik in Bangladesch sei sicher, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Universität für Ingenieurwesen und Technologie in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka.

Von 66 Textilfabriken, die auf Veranlassung ihrer Besitzer von den Ingenieuren untersucht wurden, erfüllten demnach sechs die Sicherheitsnormen. Die 60 anderen wiesen unterschiedlich schwere Mängel auf.

Zwei Fabriken seien sogar akut einsturzgefährdet, sagte der Direktor des Instituts für Bauingenieurswesen, Mijibur Rahman. Die Gebäude, in denen mehrere Manufakturen untergebracht sind, müssten sofort geschlossen werden. Bei vier Gebäuden empfahlen die Prüfer den Besitzern detaillierte Untersuchungen. Die Ergebnisse der Studie soll in den kommenden Tagen den Behörden in Bangladesch übergeben werden.

Insgesamt untersuchten die Prüfer auf Wunsch der Besitzer 102 Fabriken verschiedener Branchen. Dabei wurden nicht nur in den Textilmanufakturen Mängel festgestellt. Zahlreiche Gebäude verfügten nicht über detaillierte Baupläne. 40 Prozent aller Gebäude hatten Risse, wenngleich diese keine unmittelbare Gefahr darstellten, wie Rahman sagte.

Im April war in einem Industriegebiet bei Dhaka die Fabrik Rana Plaza, in der ausländische Textilketten Kleidung produzieren ließen, eingestürzt. 1129 Menschen kamen bei dem schlimmsten Industrieunfall in der Geschichte Bangladeschs ums Leben. Das Unglück löste eine internationale Debatte über die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie von Bangladesch aus.

Die Untersuchung der 66 Textilfabriken zeigt nur einen Ausschnitt: Insgesamt gibt es in Bangladesch 4500 Textilfabriken. Der Textilsektor ist der größte Wirtschaftszweig des südasiatischen Landes.