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Nachhaltige Produkte: Verbraucher misstrauen Öko-Siegeln – besonders in Deutschland

Die meisten Europäer würden mehr umweltverträgliche Produkte kaufen – wenn sie den Umweltaussagen der Hersteller vertrauen könnten. Das zeigt eine in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführte Umfrage. Mehr als drei Viertel der Befragten (77 %) würde danach für umweltverträgliche Produkte mehr ausgeben, wenn sie von deren Umweltfreundlichkeit überzeugt wären. Aber nur etwa die Hälfte der Europäer (55 %) fühlt sich gut informiert über die Umweltauswirkungen der von ihnen gekauften Produkte.

Brüssel (csr-news) – Die meisten Europäer würden mehr umweltverträgliche Produkte kaufen – wenn sie den Umweltaussagen der Hersteller vertrauen könnten. Das zeigt eine unter 25.568 Personen in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführte Umfrage. Mehr als drei Viertel der Befragten (77 %) würde danach für umweltverträgliche Produkte mehr ausgeben, wenn sie von deren Umweltfreundlichkeit überzeugt wären. Aber nur etwa die Hälfte der Europäer (55 %) fühlt sich gut informiert über die Umweltauswirkungen der von ihnen gekauften Produkte.

Besonders kritisch zeigten sich die Deutschen in der im Auftrag der der Europäischen Kommission im Dezember durchgeführten und jetzt vorgestellten Telefonumfrage: Über zwei Drittel der Deutschen (68%) misstrauen den Angaben der Hersteller zur Umweltbilanz ihrer Produkte – gegenüber knapp der Hälfte (49%) der Bürger im europäischen Durchschnitt. Und auch den Berichten von Unternehmen zu ihrem Umweltengagement misstrauen die Deutschen mit 70% deutlich stärker als der europäische Durchschnitt (54%). Kritischer als ihre europäischen Nachbarn sehen die Deutschen dabei auch auf die Öko-Label: 69% halten deren Informationsgehalt nicht für ausreichend (Europa: 59%).

Aber: Dass der Kauf von umweltverträglichen Produkten der Umwelt zugutekommen kann, davon zeigen sich mit 84% auch die meisten Deutschen überzeugt (Europa: 89 %). Allerdings hält es nur ein Drittel der Deutschen für einfach, umweltfreundliche Produkte von anderen zu unterscheiden.

Überraschend: Trotz des Misstrauens gegenüber Unternehmensberichten sprechen sich über zwei Drittel der Befragten (69%) dafür aus, Unternehmen zu Berichten über ihre Gesamtumweltleistung und die ihrer Produkte zu verpflichten.

EU-einheitlicher Umweltfußabdruck

EU-Umweltkommissar Janez Potočnik verwies im Zusammenhang der Studie auf eine Initiative der Europäischen Kommission: „Wir arbeiten mit Unternehmen und anderen Interessenträgern zusammen, um den Verbrauchern die glaubwürdigen Informationen zu liefern, die sie beim Kauf von Produkten erwarten. Dies wird zur Entwicklung der Märkte beitragen und Möglichkeiten für Innovation und Investitionen in die grüne Wirtschaft schaffen.“ Im April hat die Kommission ein Pilotprogramm eingeleitet. Dessen Ziele sind die Entwicklung besserer Methoden zur Messung der Umweltwirkungen und die Schaffung eines Binnenmarktes für grüne Produkte. Seit 2011 arbeitet die EU an Methoden für einen Product Environmental Footprint (PEF) und einen Organisation Environmental Footprint (OEF). Dazu sollen Unternehmen und Verbände eingeladen werden, sich an der Entwicklung von Produktgruppen- und Sektor-spezifischen Regeln zu deren Umsetzung zu beteiligen.

Die Studie „Attitudes of Europeans towards building the single market for green products“ >> als PDF zum Download

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