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Antibiotikaresistente Bakterien in gesunden Schlachthähnen gefunden

Hannover (afp) – Forscher haben antibiotikaresistente Darmbakterien in gesunden Schlachthähnchen aus Deutschland nachgewiesen. Die Bakterien produzieren die Enzyme ESBL und AmpC, die die Erreger resistent gegen bestimmte Antibiotika machen können, wie die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover am Donnerstag mitteilte.

Um herauszufinden, wie stark die Tiere belastet sind, nahmen die Wissenschaftler in einem Schlachthof etwa 120 Proben von vier unterschiedlichen Herden. In mehr als jedem zweiten Fall fanden sie Bakterien, die das Enzym AmbC produzieren. Mit ESBL produzierenden Bakterien waren rund 89 Prozent der Proben aus dem Knochengerüst der Tiere und rund 72 Prozent der Blinddarmproben belastet. In den meisten Fällen handelte es sich um Escherichia coli (E. coli), ein häufiges Darmbakterium.

Mit ihrer Studie liefern die Wissenschaftler demnach einen Hinweis, dass gesunde Hähnchen eine Quelle für die Verbreitung von Resistenzen in Darmbakterien sein können. Die Behandlung von Tieren mit Antibiotika steht in der Kritik, weil sie nach Ansicht von Experten die Entwicklung resistenter Erreger ermöglicht und viele Menschen deshalb nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. Insbesondere Krankenhäuser haben verstärkt Probleme mit multiresistenten Keimen, die schwer behandelbare Erkrankungen auslösen können.

Rinder, Schweine und Hühner vor allem in großen Mastbetrieben sollen daher künftig weniger Antibiotika bekommen. Der Bundesrat hat dazu erst vor wenigen Tagen entsprechende Änderungen des Arzneimittelgesetzes auf den Weg gebracht.

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