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IG Metall will gegen Missbrauch von Werkverträgen protestieren

Berlin (afp) – Die IG Metall droht den Arbeitgebern mit großangelegten Protesten gegen den Missbrauch von Werkverträgen. „Das Thema ist bei den Mitarbeitern in den großen Firmen eines der Top-Themen“, sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel der Berliner Tageszeitung „Welt“ (Montagsausgabe). „Genau wie bei der Leiharbeit werden wir die Belegschaften dort gegen Werkverträge mobilisieren“, sagte Wetzel. „Ich wäre als Arbeitgeber hochgradig beunruhigt, denn die Mobilisierungsbereitschaft in den Betrieben ist groß.“ Die Missbrauchsfälle, bei denen Unternehmen statt mit Leiharbeit mit Werkverträgen arbeiten, um so über Scheinwerkverträge Dumpinglöhne zahlen zu können, nehme zu.

Wetzel forderte erneut die Ausweitung der Mitbestimmung bei der Vergabe von Werkverträgen. „Die Vergabe von Werkverträgen hat doch auch Konsequenzen für die Mitarbeiter.“ Wenn Auslagerung nur den Sinn habe, Tarifverträge zu umgehen, könne Mitbestimmung durch den Betriebsrat ein „Korrektiv gegen Missbrauch sein“, sagte Wetzel.

Die Gewerkschaften haben schon seit längerem auf das Problem des Missbrauchs von Werkverträgen hingewiesen, im Januar hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Handlungsbedarf angemeldet. Schließlich kündigte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im März an, gegen den Missbrauch bei Werkverträgen vorzugehen.