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Kernsektoren fördern: Nigeria implementiert Sustainable Banking Principles

In Nigeria führen 34 Banken unter Anleitung der Zentralbank die „Nigerian Sustainable Banking Principles“ ein. Über die nachhaltige Ausgestaltung des Bankensektors will die Regierung des Landes die Entwicklung in den Sektoren Landwirtschaft, Energie sowie Öl und Gas positiv beeinflussen. „Das Land soll sich nicht von ‚arm und dreckig‘ hin zu ‚reich und dreckig‘ entwickeln, sondern in eine saubere Zukunft gehen“, sagt Karin Huber, Senior Consultant bei The CSR Company.

Lagos (csr-news) – In Nigeria führen 34 Banken unter Anleitung der Zentralbank die „Nigerian Sustainable Banking Principles“ ein. Über die nachhaltige Ausgestaltung des Bankensektors will die Regierung des Landes die Entwicklung in den Sektoren Landwirtschaft, Energie sowie Öl und Gas positiv beeinflussen. „Das Land soll sich nicht von ‚arm und dreckig‘ hin zu ‚reich und dreckig‘ entwickeln, sondern in eine saubere Zukunft gehen“, sagt Karin Huber, Senior Consultant bei The CSR Company.

Entwickelt wurden die Nigerian Sustainable Banking Principles gemeinsam mit der International Finance Corporation (IFC) der Weltbank. Im vergangenen Jahr verpflichteten sich die Finanzinstitute auf die darin enthaltenen Umwelt- und Sozialkriterien. Diese fordern

  • die Einbindung von Umwelt- und Sozialgesichtspunkten in die Geschäftsentscheidungen;
  • die Verpflichtung, negative Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und lokale Kommunen zu vermeiden;
  • die Menschenrechte zu respektieren;
  • die wirtschaftliche Position von Frauen zu stärken;
  • benachteiligten Bevölkerungsgruppen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen;
  • Umwelt- und Sozialkriterien in der eigenen Führungskultur zu verankern und dies auch bei Kunden zu fördern;
  • Managementwissen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Umwelt und Gesellschaft zu fördern;
  • eine internationale Vernetzung des Nachhaltigkeitsengagements anzustreben;
    über den Erfolg der Nachhaltigkeitsbemühungen zu berichten.

Einen ersten internen Bericht zum Stand ihres Nachhaltigkeitsengagements legten die teilnehmenden Finanzinstitutionen der Zentralbank bereits 2012 vor. Darin spiegelten sich vor allem philanthropische Aktivitäten wie die Förderung von Sozialprojekten wieder, berichtet Karin Huber, die in der vergangenen Woche das Senior Management der nigerianischen Diamond Bank schulte. Die Principles wollen die Banken mit umfangreichen Guidelines darin unterstützen, von der Philanthropie zu einer strategischen Corporate Social Responsibility und Verantwortungsübernahme im Kerngeschäft zu gelangen. Dabei verfolgen die Geldhäuser einen Top Down-Ansatz: Über die Schulung der Vorstände und des Senior Managements der verschiedenen Abteilungen, die zu „Sustainability Champions“ ausgebildet werden, soll Nachhaltigkeit in das Finanzgeschäft getragen werden – und so auch in die Gesellschaft.

Ziel der nigerianischen Regierung ist es, dass Banken durch eine nachhaltige Ausgestaltung der Investments und Kreditrichtlinien die vielen kleinen Unternehmen im Land fördern. Und dann geht es um eine zukunftsfähige Entwicklung von drei Kernsektoren: Die Landwirtschaft wurde in den zurückliegenden Jahren vernachlässigt, das fruchtbare Nigeria muss heute etwa die Hälfte seines Reisbedarfs importieren. Der Energiesektor bedarf der Stabilität, häufige Stromausfälle lähmen die Wirtschaft. Und beim Ausbau der Öl- und Gasförderung soll auf die Umwelt Rücksicht genommen werden. „Das Umweltbewusstsein ist wenig entwickelt und viele Nigerianer sind mit dem täglichen Kampf um die Existenzsicherung beschäftigt“, so Huber, die mit ihrer lokalen Partnergesellschaft Thistle Praxis Consulting das Management der Diamond Bank schulte. Eines aber sei allen klar: „Es darf kein zweites ‚Shell‘ passieren.“ 2004 hatte das Leck in einer Shell-Pipeline die Gegend rund um das Küstendorf Goi verseucht.

Die Diamond Bank, mit 222 Geschäftsstellen und über 8.000 Mitarbeitern in Nigeria eine der fünf größten Banken Westafrikas, hat sich innerhalb ihrer Nachhaltigkeitsstrategie drei Schwerpunkte gesetzt: die Förderung des Entrepreneurship, die Entwicklung der Jugend und die Stärkung der Frauen. Wie die anderen Finanzinstitute wird die Diamond Bank Ende des Jahres gegenüber der Zentralbank über die Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie berichten. Den ersten öffentlichen Nachhaltigkeitsbericht plant die Diamond Bank Ende 2014 vorzulegen.

Die Nigerian Sustainable Banking Principles >> als PDF zum Download

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