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Grüne: KiK muss Opfer in Bangladesch entschädigen

Berlin (afp) – Drei Monate nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit über 1100 Toten und 2400 Verletzten haben die Grünen den Textil-Discounter KiK zu Entschädigungszahlungen aufgefordert. Es sei „völlig unverständlich“, warum KiK bislang noch „keine klaren Zusagen für Entschädigungen gemacht“ habe, schrieb die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, in einem Brief an KiK-Chef Heinz Speet, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. Entschädigungen für die Betroffenen seien „keine Almosen und kein caritativer Akt“. Die Opfer hätten „ein Recht darauf“.

Auch KiK habe in der eingestürzten Fabrik produzieren lassen und trage deswegen „eine Mitverantwortung“, kritisierte Künast. Bislang jedoch habe sich KiK – im Unterschied zu anderen Firmen – noch nicht zu Entschädigungszahlungen geäußert. Zwar hätten Gesprächspartner den Grünen bei einem Besuch am Ort der Katastrophe in Bangladesch bestätigt, dass KiK Gesundheitszentren unterstütze. „Dies reicht aber bei Weitem nicht aus“, kritisierte Künast. Die Übernahme von Behandlungskosten alleine sei „nicht angemessen“.

Die Grünen forderten KiK daher auf, „in Verhandlungen mit den Gewerkschaften vor Ort faire Entschädigungszahlungen zuzusagen“, hieß es in dem Schreiben Künasts an die Geschäftsführung des Textil-Discounters. Maßstab für Entschädigungszahlungen müssten die Vorgaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sein. Die Verhandlungen müssten „transparent, nachvollziehbar, unter Beteiligung aller Seiten und in Abstimmung mit den anderen verantwortlichen Unternehmen geführt“ werden.

Der Brand und der anschließende Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza am Rande der Hauptstadt Dhaka Ende April gilt als der schlimmste Industrieunfall in der Geschichte Bangladeschs. Als Konsequenz trat vor zwei Wochen ein Brandschutzabkommen in Kraft, mit dem sich 70 Textilunternehmen weltweit verpflichten, Fabrikgebäude regelmäßig inspizieren und wenn nötig reparieren zu lassen. Auch KiK hatte dieses Abkommen unterzeichnet.

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