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„FLAVOuR“ bringt japanische Flundern in deutsche Aquakulturen

Chancen für den Aufbau nachhaltiger Aquakulturen in Deutschland will die Restaurantkette Nordsee erforschen. In dem im Juli gestarteten Forschungsprojekt „FLAVOuR“ geht es um die Aufzucht der asiatischen Plattfischarten „Sternflunder“ und „Japanische Flunder“. Die Fischzucht könnte das Produktangebot bereichern, Transportwege verkürzen und Fangquoten entlasten. Als nachhaltig gelten dabei „landbasierte Kreislaufanlangen“.

Bremerhaven (csr-news) – Chancen für den Aufbau nachhaltiger Aquakulturen in Deutschland will die Restaurantkette Nordsee erforschen. In dem im Juli gestarteten Forschungsprojekt „FLAVOuR“ geht es um die Aufzucht der asiatischen Plattfischarten „Sternflunder“ und „Japanische Flunder“. Die Fischzucht könnte das Produktangebot bereichern, Transportwege verkürzen und Fangquoten entlasten. Als nachhaltig gelten dabei „landbasierte Kreislaufanlangen“.

„Das Thema Nachhaltigkeit ist bei unseren Kunden schon lange angekommen“, sagt Nordsee-Qualitätsmanager Dietmar Hoffmann. Die beiden Fischarten erfreuten sich in Japan großer Beliebtheit bei der Sushi-Zubereitung. Als Systemgastronomie mit überwiegend eigenen Filialen könne die Nordsee eine Markteinführung neuer Fischsorten effektiv vorantreiben, so Hoffmann. Zunächst aber wird die Aufzucht der asiatischen Flunder in deutschen Aquakulturen in einem zweijährigen Projekt erforscht. Daran beteiligen sich das imare Institut für Marine Ressourcen, der Forschungsdienstleister ttz Bremerhaven, das IKZ Internationale Kompetenzzentrum für angewandte Kunststofftechnik und die Firma Engel-Netze.

Bisher werden in den seltenen Aquakulturen in Deutschland überwiegend Süßwasserfische gezüchtet. Die Kosten für Energie, Infrastruktur und das Fachpersonal sind international kaum wettbewerbsfähig. Dennoch: „Prinzipiell kann sich auch in Deutschland eine Produktion von Meeresfisch im Inland lohnen und konkurrenzfähig sein“, so Björn Suckow, Projektleiter beim ttz Bremerhaven. Die Voraussetzungen seien gut, denn bei den asiatischen Flundern handele es sich um potentiell hochpreisige, wohlschmeckende und ästhetisch ansprechende Fischen, die bisher in Europa nicht kultiviert würden. Gegenüber der asiatischen Konkurrenz könnten Fische aus einer deutschen Aquakultur mit einem kleineren CO2-Fußabruck, Frische und Qualität punkten. Weiter sagte Suckow, „dass eine rentable Anlage sicherlich mehrere 100 Tonnen pro Jahr produzieren müsste und dementsprechend auch mit hohen Investitionskosten verbunden sein wird.“

Erprobt wird die landbasierte Kreislaufanlange für asiatische Flundern am Zentrum für Aquakulturforschung des imare Instituts. Dort ist der Biologe Mirko Bögner tätig. „Die Technologie von landbasierten Kreislaufanlangen ist gegenwärtig auf einem sehr hohen Niveau und wird ständig weiterentwickelt. Der Nährstoffeintrag in die Umwelt ist hierbei deutlich geringer als bei offenen Systemen“, so Bögner. In diesen Anlagen werde die Fischzucht auf eine schonendere und vom Meer unabhängige Art betrieben. Kritiker halten Aquakulturen vor, dass dafür Meeresfische gefangen und an die Zuchtfische verfüttert werden. In der Versuchsanlage kommt konventionelles Fischfutter zum Einsatz. Dazu Bögner: „Das Thema Futtermittel ist sicherlich ein sehr wichtiges Thema, steht aber nicht im Mittelpunkt dieses Projektes“.

Im Jahr 2015 wird sich zeigen, ob „Sternflunder“ und „Japanische Flunder“ in den Nordsee-Filialen Einzug halten. Auf jeden Fall soll die Bremerhavener Fischindustrie von dem Wissen profitieren, das in dem Aquakulturprojekt gewonnen wird.

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