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Korsika: Nachhaltiger Tourismus (noch) in der Nische

Etwa drei Millionen Besucher zählt die französische Mittelmeerinsel Korsika jährlich. Angesichts des Naturreichtums im Inneren und ihrer bezaubernden Strände sind das wenig. Das liegt auch an der Untergrundorganisation Nationale Befreiungsfront Korsikas (FLNC). Die korsischen Separatisten befürchten eine Überfremdung der Insel und verüben seit Jahren Anschläge gegen Ferieneinrichtungen. Was eigentlich eine Herausforderung für den nachhaltigen Tourismus wäre.

Calvi (csr-news) – Etwa drei Millionen Besucher zählt die französische Mittelmeerinsel Korsika jährlich. Angesichts des Naturreichtums im Inneren und ihrer bezaubernden Strände sind das wenig. Das liegt auch an der Untergrundorganisation Nationale Befreiungsfront Korsikas (FLNC). Die korsischen Separatisten befürchten eine Überfremdung der Insel und verüben seit Jahren Anschläge gegen Ferieneinrichtungen. Was eigentlich eine Herausforderung für den nachhaltigen Tourismus wäre.

Aber so wenig an den korsischen Stränden große Bettenburgen ins Auge fallen, so selten finden sich dort nachhaltige touristische Angebote. Der Großteil der Besucher – zu drei Vierteln Franzosen, nur knapp jeder fünfte Gast kommt aus Deutschland – verbringt seine Zeit an der Küste. Auf die Begegnung mit Natur, Kultur und den Menschen vor Ort ausgerichtet sind manche der Reiseangebote ins Innere der Insel. Zu deren Anbietern gehört der Trekking-Spezialist Hauser Exkursionen, der das TourCert-Siegel „CSR Tourism“ trägt.

Hauser-Reiseleiter Philippe Ragne ist es wichtig, dass die Korsen selbst von den touristischen Angeboten auf ihrer Insel profitieren. Und Hauser-Kunden wollen „Land und Leute“ kennenlernen. So erfolgt die Unterbringung der Reisenden nicht in großen Hotels, sondern in kleinen Häusern und teilweise in Gastfamilien. Die Verpflegung stammt zu 80% aus der Region – bei Lunchpaketen sind es 100%. Fische werden teilweise von den Köchen selbst gefangen, so Ragne. Auch der Gepäcktransport wird von Einheimischen übernommen, sodass möglichst viel Wertschöpfung auf der Insel bleibt.

Die Hauser-Wanderrouten führen, unterstützt von einem einheimischen Führer, teils über abseits gelegene Pfade. Dass der Müll der Reisenden eingesammelt und fachgerecht entsorgt wird, ist ein Standard auch bei anderen Trekkinganbietern.

Nachhaltige Reiseangebote sind teurer als andere, sie setzen deshalb ein entsprechendes Bewusstsein voraus. Das ist bei deutschen Gästen stärker ausgeprägt als bei französischen. Aber: Wenn der nachhaltige Tourismus auf Korsika wachsen soll, muss das Interesse daran unter Kunden und Anbietern weiter wachsen, ist Ragne überzeugt.

Das wäre dann wohl ein echtes Argument in der Begegnung mit den korsischen Separatisten, die den Verkauf ihres Grund und Bodens an insel-ferne Investoren, die Verschandelung der Landschaft durch Ferienburgen und deren Bewirtschaftung zum Nachteil der lokalen Bevölkerung befürchten. Indes: Der nachhaltige Tourismus auf Korsika ist bisher ein Tätigkeitsfeld für Spezialanbieter, eine CSR NEWS-Umfrage dazu unter großen Reiseveranstaltern erbrachte keine Treffer.

Lesen Sie mehr zur Nachhaltigen Destinationsentwicklung auf Korsika in der Septemberausgabe des CSR MAGAZIN: www.csr-magazin.net

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