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Umweltbundesamt fordert wegen Nitrat schärfere Düngeverordnung

Berlin (afp) – Wegen hoher Nitratwerte im Grundwasser fordern das Umweltbundesamt und die EU-Kommission einem Bericht der ARD-Sendung „Report Mainz“ zufolge eine Verschärfung der deutschen Düngeverordnung. Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, sagte „Report Mainz“ laut einer Vorabmeldung von Dienstag, „ein Viertel des Grundwassers in Deutschland hat zu hohe Nitratwerte. Das ist ein gravierendes Problem.“

In Deutschland werde das Wasser durch Gülle aus der Viehhaltung und Gärreste aus Biogasanlagen mit Nitrat verunreinigt. Vor allem die schnell wachsende Anzahl an Biogasanlagen und der damit verbundene Maisanbau würden das Problem verschärfen. „Das Umweltbundesamt empfiehlt dringend, dass die Düngeverordnung präzisiert und verschärft wird.“ Dabei sei es sehr wichtig, auch die Gärreste aus den Biogasanlagen in schärfere Regelungen für Dünge-Höchstmengen mit einzubeziehen.

Die Sendung zitierte aus einem unveröffentlichten Schreiben der EU-Kommission an das Bundeslandwirtschaftsministerium, in dem von Deutschland gefordert werde, die Wasserqualität zu verbessern. Dazu sei eine „Verbesserung der derzeit geltenden Maßnahmen“ zum Grundwasserschutz erforderlich. Die EU-Kommission ist dem Bericht zufolge über den wachsenden Anbau an Energiepflanzen wie Mais besorgt, da dies zur Verschärfung der Nitratbelastung beitrage.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte „Report Mainz“, es werde gerade an der Düngeverordnung gearbeitet. „Das ist ein normaler Prozess, der dauert mehrere Jahre in der Regel und da sind wir gerade dran.“