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Abercrombie & Fitch in Visier von Pariser Anti-Diskriminierungs-Behörde

Paris (afp) – Weil Abercrombie & Fitch bei der Auswahl seiner Verkäufer offenbar besonderen Wert auf gutes Aussehen legt, ist die bekannte US-Modemarke in Frankreich in das Visier einer Anti-Diskriminierungs-Behörde geraten. Das Label habe eine „ziemlich bizarre“ Einstellungspolitik, sagte am Mittwoch ein Vertreter des sogenannten Rechte-Verteidigers Dominique Baudis und seiner Behörde. In dem Beschluss der Behörde, die Auswahl der Verkäufer durch Abercrombie & Fitch unter die Lupe zu nehmen, hießt es, die Rekrutierung scheine auf „diskriminierenden Kriterien, unter anderem dem Aussehen“ zu beruhen.

Die Geschäfte der angesagten Modemarke sind bekannt dafür, dass dort gut aussehende Verkäufer arbeiten – manchmal auch mit freiem Oberkörper. Firmenchef Mike Jeffries sagte einmal, es würden „schöne Menschen“ eingestellt, weil diese „andere schöne Menschen“ anziehen würden. Auf seiner Internetseite spricht Abercrombie & Fitch, wie auch die Untermarke Hollister, nicht von Verkäufern, sondern von „Models“.

Bei dem so eingestellten Personal handle es sich aber „in Wirklichkeit um Models und Verkäufer zugleich“, erklärte der Rechte-Verteidiger. Und während bei Models das Aussehen als Kriterium legitim sein könne, liege der Fall bei Verkäufern anders. Die Behörde hat bei Abercrombie & Fitch bereits eine Stellungnahme angefordert.

Der Rechte-Verteidiger bezeichnet eine seit 2008 in der französischen Verfassung verankerte und 2011 geschaffene Behörde sowie den Behördenleiter. Diese Art Ombudsmann ist unter anderem eine Anlaufstelle für Bürger, die mit staatlichen Stellen im Clinch liegen. Aufgaben sind aber auch die Bekämpfung der Diskriminierung und die Verteidigung von Kinderrechten.

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