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Apple-Zulieferer Pegatron soll Dokumentationen fälschen

Hamburg (csr-news) – Schwere Vorwürfe gegen den taiwanesischen Elektronikkonzern Pegatron erhebt die Arbeitsrechtsorganisation China Labor Watch (CLW). Wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, haben von CLW eingeschleuste Aktivisten dort umfangreiche Arbeitsrechtsverstöße dokumentiert: Es werde teilweise über zwölf Stunden und teilweise an sieben Tagen in der Woche gearbeitet. Oft kämen so mehr als 80 Überstunden pro Monat zusammen, diese Zahlen würden aber durch ein betrügerisches Dokumentationssystem kaschiert. In einer Fabrik sei Arbeitern das Verlassen des Geländes erschwert worden, indem ihre Personaldokumente einbehalten wurden. Über 10.000 Schüler und Studenten seien bei Pegatron beschäftigt, wobei ein Teil ihres Lohnes von Schulen oder Lehrern einbehalten würde. Die zehn Stunden Kernarbeitszeit einfacher Arbeiter würden mit je 10 Yuan (1,20 Euro) vergütet, für Überstunden und Wochenendarbeit gebe es je 15 Yuan (1,80 Euro).

Erst vor kurzem hatte Apple Aufträge von dem mehrfach für seine Arbeitsbedingungen kritisierten Unternehmen Foxconn auf andere Anbieter verlagert – unter anderem auf Pegatron. „Apple hat diese Fabriken gewählt, weil sie zu noch geringeren Kosten produzieren – aber den Preis dafür zahlen die Arbeiter“, zitiert der „Spiegel“ den New Yorker CLW-Koordinator Li Qiang.