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Gespräche über Brandschutz-Abkommen in Bangladesch beginnen

Dhaka (afp) – In Bangladesch haben die Gespräche über die Umsetzung des internationalen Brandschutz-Abkommens für zahlreiche Textilfabriken begonnen. Ein Expertenteam internationaler Einzelhändler und von Gewerkschaftern sei dazu in der Hauptstadt Dhaka eingetroffen, sagte der Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes IndustriAll, Roy Ramesh, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach sind Treffen mit Regierungsvertretern, Fabrikbesitzern sowie mit örtlichen Ingenieuren geplant. „Wir sprechen mit allen Beteiligten, um das Abkommen umzusetzen“, sagte Ramesh, der zur Steuerungsgruppe des Abkommens gehört.

Dem Brandschutz-Abkommen hatten sich in Folge des verheerenden Fabrikeinsturzes im April nach öffentlichem Druck rund 80 hauptsächlich europäische Textilketten angeschlossen. Bei dem schwersten Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs waren mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen. In dem Gebäude hatten auch zahlreiche internationale Konzerne Kleidung fertigen lassen.

Das Brandschutz-Abkommen ist für die Unterzeichner verpflichtend. Bis zum 15. Juli mussten die Unternehmen zunächst alle ihre Lieferanten in Bangladesch offenlegen, damit feststeht, welche Fabriken kontrolliert werden müssen. Innerhalb der nächsten neun Monate sollen dann in den tausenden betroffenen Nähfabriken zumindest vorläufige Inspektionen stattfinden. „Wir möchten die Beteiligung der bangladeschischen Regierung, von Experten und Fabrikbesitzern. Es gibt eine Menge technische, rechtliche und logistische Themen zu besprechen“, sagte Ramesh.

Die Experten stellen nach ihren Untersuchungen Pläne für eventuell notwendige Reparaturen und Renovierungen auf. Wo Gefahr für Leib und Leben droht, sollen die Manufakturen umgehend geschlossen werden. Die betroffenen westlichen Abnehmer werden informiert, die Arbeiter sollen in dieser Zeit weiterhin bezahlt werden.