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Malteser Werke: ein Nachhaltigkeitsbericht und die Begegnung mit Unternehmen „auf Augenhöhe“

Die MW Malteser Werke haben im Juli ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Auf elf Seiten stellt die gemeinnützige GmbH dar, wie sie in den Themenfeldern Gemeinwesen, Arbeitsplatz, Markt und Ökologie Verantwortung übernehmen will. „Nur weil wir Gutes tun, sind wir noch lange nicht gut“, sagt Patrick Hofmacher, in der Geschäftsleitung für Kommunikation und Unternehmenskultur zuständig. Verantwortung will die NGO systematisch wahrnehmen – und das auch dokumentieren.

Köln (csr-news) – Die MW Malteser Werke haben im Juli ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Auf elf Seiten stellt die gemeinnützige GmbH dar, wie sie in den Themenfeldern Gemeinwesen, Arbeitsplatz, Markt und Ökologie Verantwortung übernehmen will. „Nur weil wir Gutes tun, sind wir noch lange nicht gut“, sagt Patrick Hofmacher, in der Geschäftsleitung für Kommunikation und Unternehmenskultur zuständig. Verantwortung will die NGO systematisch wahrnehmen – und das auch dokumentieren.

Nachhaltigkeitsberichte von Nichtregierungssituationen sind selten – auch wenn die neue „CSR-Norm“ ISO 26.000 gesellschaftliche Verantwortungsübernahme nicht nur als Anforderung an Unternehmen, sondern ebenso an Verwaltungen und NGOs beschreibt. Dabei offenbart der systematische Blick auf Verantwortungsthemen auch bei den Gemeinnützigen Handlungsbedarf. Die MW Malteser Werke sind mit 800 Mitarbeitern an 45 Standorten bundesweit insbesondere in der Hilfe für Migranten tätig. Dazu stellt der Bund beispielsweise alte Kasernen „warm“ zur Verfügung, was den Anreiz zum Energiesparen senkt. Hofmacher zu den Herausforderungen im eigenen Haus: „Unser ökologisches Gewissen ist am wenigsten ausgeprägt.“

In ihrem Nachhaltigkeitsengagement geht es den Malteser Werken nicht um schnelle Erfolge, sondern darum, die eigenen Mitarbeiter effektiv einzubinden. Die gemeinnützige GmbH hat eine bei der Geschäftsführung angesiedelte CSR-Stabsstelle eingerichtet. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Malteser entwickeln vier Mitarbeitergruppen, denen nicht nur Führungskräfte angehören. So soll das Bewusstsein für eine nachhaltige Organisationsgestaltung in die Breite der Mitarbeiterschaft getragen werden. Die Verwaltung in Köln geht dabei mit „handgreiflichen“ Projekten voran, indem etwa das Angebot von Mineralwasser in Einwegflaschen durch einen Soda-Stream ersetzt wurde.

Während die systematische Berücksichtigung von Umweltanliegen neu ist, haben sich die Malteser immer schon für ihre Mitarbeiter engagiert. Etwa durch die „kreative Gestaltung“ von Beschäftigungsverhältnissen, wodurch Dienstverträge einen 16. oder 17. Nachtrag erhalten können, um der Situation des Mitarbeiters gerecht zu werden. Durch einen „Springer-Pool“ werden Fachkräfte in den Einrichtungen bei Krankheit oder Urlaub ihrer Kollegen entlastet. Familienfreundlichkeit und Personalentwicklung werden groß geschrieben, und so sind die Malteser Werke mit dem Zertifikat „berufundfamilie“ ausgezeichnet.

Zu einem nachhaltigen Agieren auf den „Märkten“ der Gemeinnützigkeit gehört für Hofmacher, dass sein Werk auch Projekte durchführt, zu denen eine Gegenfinanzierung fehlt. Eine Trainingsgastronomie für drogenabhängige Jugendliche etwa, die in jedem Jahr trotz ihrer Angebote für echte Kunden mit einer roten Zahl abschließt.

Unterstützung bietet dabei das CSR-Kompetenzzentrum im katholischen Deutschen Caritasverband, dem Spitzenverband der Malteser. Insgesamt zählt der Malteserorden 15.000 Mitarbeiter. Die MW Malteser Werke sind eine vielseitige Unterorganisation mit großen und kleinen Einrichtungen und damit in Sachen Nachhaltigkeit ein „Träger, der den Rest anschieben kann“, so Hofmacher.

Nicht zuletzt soll das Nachhaltigkeitsengagement die Arbeit der Malteser Werke qualitativ voranbringen und zugleich Wettbewerbsvorteile schaffen. Denn bei öffentlichen Ausschreibungen können Anbieter zunehmend mit CSR-Kriterien punkten. Und indem sich die Malteser denselben gesellschaftlichen Anforderungen stellen, die für Unternehmen gelten, erleichtern sie eine Begegnung auf Augenhöhe. Hofmacher kritisiert ein unter NGOs zu findendes Verständnis, das den Austausch mit Unternehmen auf Social Days verkürzt und mit dem Verständnis verbunden ist: „Wir bieten den ‚bösen‘ Unternehmen, die nur mit Gewinnmaximierungsabsicht unterwegs sind, eine Plattform, wo sie sich einmal im Jahr engagieren können.“ Seine Führungskräfte will der NGO-Manager deshalb für einen anderen Umgang mit Unternehmen sensibilisieren und sagt: „Es ist nie einer nur Geber und nie einer nur Nehmer.“

Der 1. Nachhaltigkeitsbericht der MW Malteser Werke gemeinnützige GmbH >> als PDF zum Download im Internet

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