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Kritik an Burger-King-Franchisepartner wegen Umgangs mit Beschäftigten

Hamburg (afp) – Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat einen Betreiber zahlreicher deutscher Burger-King-Filialen für seinen Umgang mit den Beschäftigten kritisiert. Die Yi-Ko-Holding, die als Franchisepartner bundesweit 91 der Schnellrestaurants betreibt, gehe scharf gegen Betriebsräte vor, erklärte die NGG am Donnerstag in Hamburg. Allein in den vergangenen zwei Monaten habe das Unternehmen 14 Kündigungsverfahren gegen Betriebsräte eingeleitet und bediene sich dabei „zweifelhafter Methoden“.

Die NGG wies unter anderem auf den Beginn eines Prozesses gegen einen Betriebsrat vor dem Arbeitsgericht in Dortmund am Freitag hin. Der Gewerkschaft zufolge wirft die Holding dem Mann vor, sich eine Bescheinigung über eine Arbeitsunfähigkeit erschlichen zu haben. NGG-Vizechefin Michaela Rosenberger erklärte, der Vorwurf sei „an Dreistigkeit kaum zu überbieten“ und solle offenbar einen Betriebsrat „mürbe“ machen, um einen „betriebsratslosen Raum“ zu schaffen. Weitere Verfahren mit vorgeschobenen Kündigungsgründen liefen gegen Betriebsräte in München, Frankfurt am Main, Speyer, Essen, Köln und Augsburg.

Burger King betreibt Restaurants vielfach nicht selbst, sondern verpachtet sie an sogenannte Franchisenehmer, die diese dann in eigener Verantwortung führen. In Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 170 derartige Partner.

Die im niedersächsischen Stade ansässige Yi-Ko-Holding hatte erst im Mai 91 Filialen erworben, die zuvor von einer Tochter des internationalen Mutterkonzerns Burger King Worldwide betrieben worden waren. Yi-Ko gehört einem türkischstämmigen deutschen Restaurantbetreiber und einem russischen Unternehmer, der in seiner Heimat in den vergangenen drei Jahren mehr als hundert Burger-King-Filialen eröffnete.