Nachrichten

Mann bei Protest gegen Wasserverschmutzung in Sri Lanka erschossen

Colombo (afp) – Bei Protesten gegen Wasserverschmutzung in einem Dorf nahe Colombo haben sri-lankische Sicherheitskräfte einen Demonstranten erschossen. Die Polizei habe das Militär zu Hilfe gerufen, um den Protest unter Kontrolle zu bringen, erklärte ein Armeesprecher am Freitag. Die Demonstranten hätten Brandsätze geworfen und ein Polizeirevier angegriffen.

Ein Teilnehmer der Kundgebung sei von den Sicherheitskräften erschossen worden, 37 weitere hätten Verletzungen erlitten, teilte die Polizei mit. Der Armeesprecher erklärte, neun Soldaten seien durch die Brandsätze verletzt worden. Es sei eine Untersuchung der Ereignisse eingeleitet worden.

Die Proteste in dem Dorf Weliweriya, rund 20 Kilometer nordöstlich von Colombo, hatten am Donnerstag begonnen. Die Bewohner sind überzeugt, dass eine nahe gelegene Fabrik für Gummihandschuhe das Grundwasser in der Gegend verseucht. Ein Anwohner sagte, die Bevölkerung habe den Eindruck, dass sich die Polizei nicht für das Problem interessiere.

Der Armeesprecher erklärte, mit den Dorfbewohnern sei bereits eine Übereinkunft zur Versorgung mit Trinkwasser getroffen worden. Zudem hätten die Fabrikbesitzer zugesichert, die Anlage zu schließen, falls von dort wirklich Gift ins Grundwasser gelange. „Wir können nicht verstehen, warum es danach noch einen Gewaltausbruch gab“, beklagte der Sprecher.