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Es kann jeden treffen

Der „Fall Glööckler“ hat eines gezeigt: Medien – und nicht nur die – können heutzutage problem- und vollkommen substanzlos schwere Vorwürfe verbreitet, die Personen und ihre Geschäfte nachhaltig schädigen. Joachim Schuble, Autor des CSR-Blogs “Nach bestem Wissen und Gewissen” warnt: Beim Mittelständler von nebenan kann so etwas schnell die Existenz gefährden!

Überlingen (csr-service) – Der „Fall Glööckler“ hat eines gezeigt: Medien – und nicht nur die – können heutzutage problem- und vollkommen substanzlos schwere Vorwürfe verbreitet, die Personen und ihre Geschäfte nachhaltig schädigen. Joachim Schuble, Autor des CSR-Blogs „Nach bestem Wissen und Gewissen“ warnt: Beim Mittelständler von nebenan kann so etwas schnell die Existenz gefährden!

Von Herrn Glööckler kann man halten, was man will. Aber was in den vergangenen Tagen, vornehmlich kolportiert von der Zeitung mit den großen Buchstaben, über ihn hereingebrochen ist, das geht gar nicht: Kokainkonsum, sein Geschäft gefährdet, Skandal! Das Schlimme daran: Die Anschuldigungen und Vorverurteilungen waren und sind vollkommen haltlos. Außer einem anonymen Hinweis gab es nichts, worauf sich der Medienhype stützen konnte. Ein solches Fehlverhalten kann sich Lieschen Müller beim Kaffeeklatsch vielleicht erlauben, von unseren sich selbst so gerne „vierte Gewalt“ nennenden Medienvertretern darf ich aber bitte etwas mehr Ausgewogenheit und Recherche erwarten. Immerhin gibt es so etwas wie ethische Verantwortung auch im Verlagswesen – nein: es gibt nicht nur so etwas wie: Die Akteure verweisen mit Stolz immer wieder auf ihren Pressekodex. Darin sind „Sorgfalt“ und „Unschuldsvermutung“ tragende Pfeiler, die solche Berichterstattung eigentlich per se verbieten. Zumal hier mutwillig mit der Existenz von Personen und ihrer Unternehmen gespielt wird. Und eine Zeitung ist letzendlich auch ein Produkt, für das der Hersteller Verantwortung übernehmen sollte.

Ein anderes Beispiel: Würden Sie gerne Geschäfte machen mit jemandem, über den Sie im Smartphone oder Laptop mal eben rasch googeln können, dass er ein Betrüger und Scientology-Anhänger ist? So geschehen bei unserem Kunden PM-International. Bei der Abfrage nach dem Unternehmensnamen vervollständigte das Programm die Suche automatisch mit den delikaten Worten. Geschäftsführer Ralf Sorg wollte das nicht auf sich sitzen lassen und hat bis vor den Bundesgerichtshof geklagt. Mit Erfolg! (Nachtrag: Inzwischen wird die Begriffskombi in der Autocomplete-Funktion des Internetriesen übrigens wieder angeboten – sind dahinter doch jede Menge Treffer zu eben diesem Gerichtsverfahren versteckt. Google is scho a Hund, wie man in Bayern sagt).

Was beide Fälle eint: Die Vorwürfe sind an den Haaren herbeigezogen, die Auswirkungen aber mehr als real. Und: Treffen kann es jeden von uns. Wirklichen Schutz gibt es kaum. Erschreckend, oder?

Herzlichst

Ihr

Joachim Schuble