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Wirtschaft & Ethik an der Universität Vechta: „Das braucht jetzt die Gesellschaft“

Seit dem Jahr 2011 bietet die Universität Vechta den Studiengang „Wirtschaft und Ethik – Social Business“ an. Charakteristisch für die kleine Hochschule ist deren Vernetzung mit den mittelständischen Unternehmen in ihrem Umfeld. An Herausforderungen für eine nachhaltige Unternehmensführung mangelt es in der Region nicht.

Vechta (csr-news) – Seit dem Jahr 2011 bietet die Universität Vechta den Studiengang „Wirtschaft und Ethik – Social Business“ an. Charakteristisch für die kleine Hochschule ist deren Vernetzung mit den mittelständischen Unternehmen in ihrem Umfeld. An Herausforderungen für eine nachhaltige Unternehmensführung mangelt es in der Region nicht.

Im ländlichen Niedersachsen finden sich Kunststoffverarbeiter sowie große Agrarbetriebe und Tiermäster. Der Einsatz von Pestiziden, Biodiversität, der Umgang mit den Mitarbeitern und Tierwohlaspekte sind kritische Themen, denen sich diese Unternehmen stellen müssen. Die aus der Lehrerausbildung hervorgegangene Universität in Vechta bietet insbesondere pädagogische und humanwissenschaftliche Studienfächer. Mit Blick auf den regionalen Bedarf hat sie ihre Studienangebote mit der Kombination von Wirtschaft und Ethik und einem speziellen Fokus auf Social Business erweitert. In ihren Begegnungen mit Unternehmern hört die Universitätspräsidentin, Prof. Marianne Assenmacher, häufig den Wunsch: „Wir brauchen bessere Betriebswirte.“

Viele regionale Firmen stehen vor der Herausforderung, einen Umbruch zu gestalten: Immer stärker sehen sich die Betriebe mit einer kritischen Öffentlichkeit und mit Medien konfrontiert, die sie nach ihrer Verantwortung in der Wertschöpfungskette fragen. Manche Unternehmen stehen zudem in internen Umbruchprozessen und wachsen aus der eher patriarchalischen Führungskultur der Gründer in eine management- und teamorientierte Führung hinein. Das alles erfordert Ökonomen, die nach innen und außen dialogorientiert arbeiten und Herausforderungen umfassen analysieren können. Genau das will die Didaktik-erfahrene Universität Vechta bieten.

Der Bachelor-Teilstudiengang „Wirtschaft und Ethik – Social Business“ stößt auch bei den Studierenden auf großes Interesse. Er ist mit einem zweiten Studienfach zu kombinieren, etwa den Sozialwissenschaften. Bereits im ersten Jahr schrieben sich 30 Studierende ein, im zweiten Jahr kamen 75 weitere hinzu. „Ich erwarte ordentliche Bewerberzahlen für das Wintersemester“, sagt Assenmacher. Den Studiengang würde sie personell gerne weiter ausbauen und später auch einen Masterabschluss anbieten.

Wirtschaftsethik braucht Praxis

Eine praxisorientierte Vermittlung von Wirtschaftsethik ist darauf angewiesenen, dass die Studierenden Erfahrungen außerhalb des Hörsaals sammeln können. Das gelingt in Vechta beispielsweise durch eine Exkursion zum VW-Produktionsstandort nach Emden, wo Praktiker von den ökologischen Herausforderungen des Werks und ihren Lösungsansätzen berichten. Zudem wird pro Semester ein MuseumsTalk im örtlichen Museum im Zeughaus organisiert. Die Veranstaltung bringt Vertreter aus Unternehmen, Kirchen und Medien in den Dialog zu Verantwortungsthemen wie „Aktives Altern – Chancen vor und nach dem Ruhestand“.

Dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur eine Herausforderung für Unternehmen ist, sondern sich auch öffentliche Institutionen danach fragen lassen müssen, ist der Universitätspräsidentin bewusst. Mit der nachhaltigen Ausgestaltung des eigenen Wirtschaftens hat die Hochschule begonnen und betrachtet dies als Teil eines umfangreichen Modernisierungsprozesses. Nachhaltigkeitsrelevante Themen wie Energieversorgung oder Einkauf sind im Hochschulentwicklungsplan verankert. Auf dem Neubau steht eine Photovoltaikanlage. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Programmen für eine familiengerechte Hochschule. Assenmacher: „Es passiert etwas an unserer Universität, es passiert etwas in unserer Region und das ist es, was die Gesellschaft jetzt braucht.“

Informationen zum Studiengang „Wirtschaft und Ethik – Social Business“ an der Universität Vechta >> im Internet


Prof. Dr. Marianne Assenmacher