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Greenpeace-Studie: Rückverfolgbarkeit von Fischprodukten

Die Rückverfolgbarkeit von Lebensmittel ist eine der zentralen Anforderungen an den Verbraucherschutz im Lebensmitteleinzelhandel. Wie dies bei Fischprodukten funktioniert hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einem Test untersucht, mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Die wenigsten Angaben liefert demnach Iglo, am besten hat Frosta abgeschnitten.

Hamburg (csr-news) > Die Rückverfolgbarkeit von Lebensmittel ist eine der zentralen Anforderungen an den Verbraucherschutz im Lebensmitteleinzelhandel. Wie dies bei Fischprodukten funktioniert hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einem Test untersucht, mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Die wenigsten Angaben liefert demnach Iglo, am besten hat Frosta abgeschnitten.

„Iglo gibt über seinen Trackingcode nicht mehr Informationen preis, als bereits auf der Verpackung angegeben sind. Das ist aus unserer Sicht eine Verbrauchertäuschung“, sagt Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. Nur 24 Prozent der von Greenpeace geforderten Angaben werden von dem Unternehmen geliefert. Dazu gehört neben der Fischart auch das Fanggebiet sowie bei Aquakulturen das Herkunftsland. Keine Angaben dagegen beispielsweise zum Fangdatum, zum Datum der Erstfrostung, zum Verarbeitungsbetrieb oder zur Auslieferung an den Supermarkt. Verglichen wurden die Informationen, die der Verbraucher über den Tracking- bzw. QR-Code auf der Verpackung erhält. Getestet wurden die Unternehmen Iglo, Frosta, Femeg, Followfish sowie REWE und Norma mit mehreren Marken. Am besten konnten die Produkte bei Frosta zurückverfolgt werden, 65 Prozent der geforderten Angaben wurden gemacht.

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Gerade in Zeiten regelmäßig auftauchender Lebensmittelskandale ist eine transparente Rückverfolgbarkeit ein notwendiges Muss im Verbraucherschutz. Unternehmen müssen deshalb zu jeder Zeit wissen, woher ihre Produkte stammen. Nur so können sie gefährdete Fischbestände schützen und bei gesundheitlichen Gefahren entsprechen schnell reagieren. Der Käufer hat ein Recht auf sichere Lebensmittel und auf Auskunft über die gesamte Lieferkette. Es gibt keinen Grund für Produzenten, diese Informationen vorzuenthalten“, so Menn. Eine vollständige Rückverfolgbarkeit von Fischprodukten umfasst aus der Sicht von Greenpeace folgende Informationen: Ort und Datum des Fangs sowie der Anlandung, die Verarbeitungsstufen bis hin zum Zentrallager. Die Testergebnisse haben ergeben, dass bei fast allen Marken Angaben zu Fangdatum, Fangschiff, Datum und Ort der Anlandung sowie zu den Verarbeitungsbetrieben fehlen. Auffallend ist, dass erschreckend wenig Informationen über die weiterverarbeitenden Betriebe geliefert werden. Zudem macht kein Unternehmen Angaben zu seinen Lieferanten. Längst nicht alle Produzenten oder Einzelhändel mit eigener Fischmarke bieten über die Kennzeichnung auf der Verpackung hinaus weitere Informationen zur Lieferkette an. „Wir bewerten grundsätzlich das Bemühen einzelner Unternehmen wie Femeg, Frosta oder REWE positiv“, sagt Menn. Vor allem Followfish ist bereits vor Jahren mit gutem Beispiel vorangegangen. Femeg führt aktuell erste Produkte mit vollständiger Rückverfolgbarkeit auf der Verpackung ein. „Allerdings hat die Fischbranche ihre Hausaufgaben noch längst nicht erledigt – sie muss noch viel verbessern“, so Menn. Im EU-Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel erzeugen Fische und Fischprodukte nach Obst und Gemüse am zweithäufigsten Warnmeldungen bezüglich eines ernsthaften Risikos für die Gesundheit. Greenpeace fordert daher nicht nur eine stufenweise, wie sie bereits geltendes Recht ist, sondern vollständige Rückverfolgbarkeit über die gesamte Lieferkette.

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