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Fußball-WM 2014: Stadionbetreiber diskutieren über Nachhaltigkeit

Curitiba (csr-news) > Das größte Einzelsportereignis im kommenden Jahr, die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, sollte von Beginn an ökologisch und sozial verantwortlich geplant und durchgeführt werden. „Es hat 2006 in Deutschland begonnen, 2010 in Südafrika wurde es weitergeführt und auch in Brasilien geht es weiter. Wir haben gemeinsam Strategien entwickelt und werden mit Dutzenden Organisationen im ganzen Land zusammenarbeiten. Es gilt, die gesamte Gemeinschaft einzubinden“, erklärte Federico Addiechi, Leiter der FIFA-Abteilung soziale Verantwortung, im Juni auf einer Pressekonferenz. Im Vorfeld wurden bereits in einem Leitfaden einige Schwerpunkte, wie ökologisches Bauen, Abfallmanagement, Ausbildung von Freiwilligen, kommunale Unterstützung, Klimaveränderung, Aus- und Weiterbildung und Berichterstattung zusammengestellt. Ein weiterer Schwerpunkt ist ein Schulungsprogramm für die Betreiber der zwölf Stadien.

„Schon während der Bewerbungsphase um die Ausrichtung der WM wurde beschlossen, dass die FIFA vor Ort Nachhaltigkeitsprojekte unterstützen würde, sofern sich diese nicht auf den reinen Stadienbau beschränkten“, so Addiechi. „Für uns steht im Vordergrund, den Betrieb und die künftige Verwaltung dieser Einrichtungen nachhaltig zu unterstützen“. Dabei geht es nicht nur um die Nutzung der Stadien während der WM, sondern vor allem um die Zeit danach. Inzwischen sind bereits sechs Arenen fertiggestellt. Deshalb trafen sich Vertreter der Stadienbetreiber im brasilianischen Curitiba um ihre Erfahrungen auszutauschen und über weitere Herausforderungen zu sprechen. Die Teilnehmer kamen dabei häufig zu dem Schluss, dass es nicht immer einfach ist, die Pläne für Nachhaltigkeit von der Bauphase in die Realität nach der Stadioneinweihung hinüber zu retten. Einig war man sich allerdings, dass die bereits erreichten Maßnahmen ohne die Austragung der WM nicht möglich gewesen wären. Beispiel der Bundesstaat Mato Grosso, der in dem Ruf steht, für die umfangreichste Abholzung im Land verantwortlich zu sein. „Dieses Image wollten wir ändern. Also haben wir es genutzt, dass die Fußball-WM hier ist“, erklärt etwa João Paulo Borges, FIFA-Sonderberater. „Wir waren insofern der erste Austragungsort, der sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst hat“. Von Beginn an wurden beim Bau der Arena Pantanal Umweltstudien erstellt und das Ziel verfolgt, die LEED-Zertifizierung zu erlangen. Ermutigt durch die brasilianische Bundesregierung folgten andere Stadien diesem Beispiel, zumal eine Finanzierung der nationalen brasilianischen Entwicklungsbank BNDES ein Umweltsiegel erforderte. „Für die brasilianische Regierung waren die Vorbereitungen auf die Fußball-WM sowohl mit Blick auf die Stadien als auch mit Blick auf das Vermächtnis der WM für das Land immer ganz eng mit der Frage der Nachhaltigkeit verknüpft“, erklärt Ricardo Gomyde, der im Ministerium für Sport die Abteilung Profifußball leitet.

Während der zwei Schulungstage wurde ausführlich über Umwelt, Energie- und Wasserverbrauch, gesellschaftliche Verantwortung sowie Arbeitsbeziehungen gesprochen. „Ziel aller drei Workshops ist es, dass die Stadionbetreiber der zwölf Austragungsorte die Prozesse und Konzepte verstehen und sie nach und nach in ihren Alltag integrieren“, so Chefdozentin des Programms Marcia Menezes dos Santos. Das Schulungsprogramm für die Stadionbetreiber wird vom CTE, dem Ministerium für Sport und vom Stadtrat von Curitiba unterstützt. Zu Wort kamen sowohl Spezialisten aus Brasilien als auch aus anderen Ländern. Die nächsten Workshops sind für November 2013 und Februar 2014 geplant.