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Mehr Tierschutz: FairMast-Geflügel auf dem deutschen Markt

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ zeichnet Geflügelprodukte der Plukon Food Group Deutschland mit dem Label „Tierschutz-kontrolliert“. Es handelt sich um Produkte der Marke „FairMast“, bei der die Nutztierhaltung unter besseren Bedingungen erfolgt und Transport sowie Schlachtung streng kontrolliert werden.

Hamburg (csr-news) – Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ zeichnet Geflügelprodukte der Plukon Food Group Deutschland mit dem Label „Tierschutz-kontrolliert“. Es handelt sich um Produkte der Marke „FairMast“, bei der die Nutztierhaltung unter besseren Bedingungen erfolgt und Transport sowie Schlachtung streng kontrolliert werden.

Die bereits über 50 zertifizierten FairMast-Hähnchenställe der Plukon Food Group befinden sich in den Niederlanden, wo dieses tierschutzfreundliche Geflügelangebot bereits im Endkundengeschäft bereits etabliert ist. In den mit 1-Stern „Tierschutz-kontrolliert“ ausgezeichneten Ställen dürfen maximal elf Tiere mit einem Endgewicht von 2,3 kg auf einem Quadratmeter Stallfläche leben. In konventionellen Ställen sind es je nach Endgewicht bis zu 20 Tiere. Den Hühnern werden Strohballen zum Picken und Ruhen, Tageslicht und Frischluft in einem Wintergarten angeboten.

Außerdem werden langsamer wachsende Rassen eingesetzt. In der konventionellen Mast kommt etwa die Rasse Ross 308 zum Einsatz, deren Tiere nach 35 Tagen schlachtreif sind: Die Hähnchen fressen ohne aufzuhören, der Mäster muss die Futtergabe dosieren. Das schnelle Wachstum erzeugt Gesundheitsprobleme, denn das Skelett und manche inneren Organe halten nicht mit. Zwischen zwei und vier Prozent der Tiere sterben vorzeitig wegen plötzlichem Herztod, Organversagen oder weil sie ihren Körper nicht mehr tragen können. Den „Tierschutz-kontrolliert“-zertifizierten Tieren bleiben mindestens 56 Tage zur Erreichung ihres Schlachtgewichtes.

„Geringere Besatzdichte, Einstreu und natürliche Umweltreize tragen dazu bei, dass die Tiere arteigene Verhaltensweisen besser ausleben können, sich wohler fühlen, gesünder sind und auch die Verabreichung von Antibiotika extrem selten notwendig ist“, so Vier Pfoten-Projektleiterin Sabine Hartmann gegenüber der Presse. In den nächsten Monaten will die Tierschutzorganisation mit weiteren Produzenten und Handelsketten kooperieren. Hartmann weiter: „Wir wünschen uns, dass deutlich weniger Fleisch verzehrt wird und Produkte tierischen Ursprungs mit Respekt vor den Tieren gewählt werden.“

Zunächst aber müssen sich die bereits zertifizierten „FairMast“-Produkte auf dem deutschen Markt bewähren. Neben ganzen Hähnchen tragen nun auch Lyoner, Schinken- und Fleischwurst sowie die frischen Hähnchenfilets, -flügel und -schenkel das 1-Stern „Tierschutz-kontrolliert“-Label. Eine Herausforderung: Die unter Berücksichtigung von Tierschutzgesichtspunkten erzeugten Geflügelprodukte kosten in der Einstiegsstufe etwa 30% mehr als die konventionelle Konkurrenz. Der Mehrpreis kann je nach Tierart auch höher ausfallen.

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