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Merck startet im Sudan Programm gegen Bilharziose

Das deutsche Pharmaunternehmen Merck startete gestern in der Republik Sudan ein Behandlungsprogramm gegen die Tropenkrankheit Bilharziose. In Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt das Unternehmen dazu für dieses Jahr kostenlos sechs Millionen Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel zur Verfügung.

Khartum (csr-news) – Das deutsche Pharmaunternehmen Merck startete gestern in der Republik Sudan ein Behandlungsprogramm gegen die Tropenkrankheit Bilharziose. In Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt das Unternehmen dazu für dieses Jahr kostenlos sechs Millionen Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel zur Verfügung.

An der parasitären Wurmerkrankung sind in Afrika über 200 Millionen Menschen erkrankt und rund 200.000 sterben jährlich daran. Bilharziose wird durch im Süßwasser lebende Wurmlarven übertragen, die beim Baden, Arbeiten oder Spielen durch die Haut in die Blutgefäße eindringen und innere Organe befallen. Unbehandelte Frühinfektionen von Kleinkindern haben gravierende Auswirkungen: Die Jungen und Mädchen bleiben aufgrund des Parasitenbefalls klein und gehen nicht zur Schule. Laut WHO sind etwa 5,8 Millionen Sudanesen behandlungsbedürftig erkrankt, das entspricht 15 Prozent der Gesamtbevölkerung, und ein Großteil davon sind Kinder.

Praziquantel gilt als effektiver und gut verträglicher Wirkstoff gegen Bilharziose, weshalb ihn die WHO ihn auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel gesetzt hat. Das Medikament entwickelte Merck in 70er Jahren gemeinsam mit Bayer. In der Vergangenheit hat Merck jährlich bis zu 25 Millionen Praziquantel-Tabletten hergestellt und der WHO zur Verteilung überlassen. Diese Zahl soll in den kommenden fünf Jahren verzehnfacht werden, was einer jährlichen Spende im Wert von rund 17 Millionen Euro entspräche. Merck hat sich gemeinsam mit acht anderen Pharmakonzernen einem von Bill Gates initiierten Runden Tisch zur Ausrottung vernachlässigter Tropenkrankheiten angeschlossen und dabei die Verantwortung dafür übernommen, dass die Bilharziose bis zum Jahr 2020 beherrschbar wird.

„Unser Praziquantel-Spendenprogramm ist ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Engagements für Afrika“, so Frank Gotthardt, Leiter Public Affairs bei Merck, gegenüber der Presse. „Da wir Bilharziose nachhaltig bekämpfen wollen, haben wir uns dazu verpflichtet, in Zusammenarbeit mit der WHO den Kampf gegen die Krankheit in Afrika so lange fortzusetzen, bis sie als ausgerottet gelten kann.“ Die Medikamentenverteilung für die Republik Sudan begann gestern mit einer Veranstaltung in der El Mussallamia Schule im Bundesstaat Gezira, rund 150 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Khartum. Der ständige Vertreter des deutschen Botschafters in Khartoum, Dirk Stockhausen, bezeichnete dabei die Spende des deutschen Unternehmens als „ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft, der WHO und der sudanesischen Regierung“. Und der Staatssekretär im sudanesischen Gesundheitsministerium, Isam M. Abd Allah, erklärte, Mercks Engagement helfe nicht nur den erkrankten Kindern, sondern entlaste auch die öffentliche Gesundheitsversorgung seines Landes.

Weitere Informationen zur Bekämpfung der Bilharziose mit Praziquantel >> im Internet