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Zukunftstrategie zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung veröffentlicht

Ein Jahr vor Ablauf der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) zieht das Nationalkomitee der UN-Dekade ein geteiltes Fazit. Zwar wurde in den vergangenen Jahren schon einiges erreicht, gleichzeitig gibt es aber noch gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Mit dem nun veröffentlichten Positionspapier soll der Weg vom Projekt zur Struktur gelingen.

Bonn (csr-news) > Ein Jahr vor Ablauf der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) zieht das Nationalkomitee der UN-Dekade ein geteiltes Fazit. Zwar wurde in den vergangenen Jahren schon einiges erreicht, gleichzeitig gibt es aber noch gewaltige Herausforderungen zu bewältigen. Mit dem nun veröffentlichten Positionspapier soll der Weg vom Projekt zur Struktur gelingen.

Im dem Positionspapier „Zukunftsstrategie 2015+“ werden die wesentlichsten Stärken und Schwächen der UN-Dekade angesprochen. So habe sie dafür gesorgt, dass ein breiter Konsens über die Notwendigkeit von Bildung für nachhaltige Entwicklung entstanden ist und dass diese in allen Bereichen unseres Bildungssystems möglich ist. Trotz der breiten Anerkennung in Politik und Gesellschaft werde Bildung aber noch viel zu häufig nicht als Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung betrachtet, so das Fazit des Komitees. Ein Grund sei die geringe Präsenz in den Medien. Darum setzt sich das deutsche Nationalkomitee gemeinsam mit dem Deutschen Bundestag, der Kultus- und Umweltministerkonferenz der Länder sowie den BNE-Akteuren für Folgeaktivitäten zur laufenden Dekade ein. Wie die Generalkonferenz der UNESCO im November 2011 und die Rio+20-Konferenz im Juni 2012 gezeigt haben, besteht darüber auch auf internationaler Ebene Einigkeit.

Das vorgelegte Positionspapier stellt den Ist-Zustand in den einzelnen Bildungsbereichen dar und leitet daraus konkrete Zielsetzungen ab. Es ist das Ziel, von einem Projekt zu einer festen Struktur zu kommen. Dafür muss die strategische Relevanz von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in der Politik und in der Öffentlichkeit weiter verdeutlicht und in allen Bildungsbereichen strukturell verfestigt werden. Lokale „Bildungslandschaften“, die formelle mit informeller Bildung vernetzen und Lerngelegenheiten für BNE bieten, müssen weiter auf- und ausgebaut werden.

Dabei gilt es die weiteren Vorteile zu nutzen, die BNE bietet. Diese liegen nicht nur darin, dass Nachhaltigkeit im Interesse einer lebenswerten Zukunft ein unabweisbares Lern- und Handlungsfeld und damit notwendig ein allgemeines Bildungsziel ist. BNE erfüllt darüber hinaus eine Reihe weiterer Funktionen, indem sie etwa die Fähigkeit zur Problemlösung stärkt, sowie fach- und disziplinübergreifendes Denken und Lernen ermöglicht. Eines der Ziele ist es deshalb, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung schon im Elementarbereich zu stärken und auszubauen. Dafür müssen nicht nur Erzieher und Lehrer entsprechend aus- und weitergebildet werden, sondern auch die Räumlichkeiten wie Schulen und Kindergärten sollten unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten gestaltet sein. Aber BNE muss auch in der beruflichen Ausbildung eine wesentlich stärkere Rolle spielen. Davon sind die Ausbildungsverordnungen vieler Berufe aber noch weit entfernt, entsprechende Anpassungen sind daher überfällig. Vor allem die Funktion der Arbeitswelt für eine nachhaltige Entwicklung sollte deutlicher als bisher thematisiert werden. Gleiches gilt für die Hochschulausbildung, die für eine nachhaltige Entwicklung eine besondere Bedeutung spielen, nicht nur in der Forschung.

Das vollständige Positionspapier wird zum Download angeboten.

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