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Hinters Licht geführt

Essen Sie gerne mal eine Pizza mit Schinken und Käse? Joachim Schuble, dem Autor des Blogs auf www.csr-wissen-mittelstand.net, ist der Appetit darauf kürzlich vergangen. Nämlich als er sich mit dem Thema Lebensmittel-Imitate beschäftigte.

Essen Sie gerne mal eine Pizza mit Schinken und Käse? Joachim Schuble, dem Autor des „Mit bestem Wissen und Gewissen“-Blogs auf www.csr-wissen-mittelstand.net, ist der Appetit darauf kürzlich vergangen. Nämlich als er sich mit dem Thema Lebensmittel-Imitate beschäftigte.

Genauer gesagt: mit „Mogelschinken“ und „Analog-Käse“. Das, was der Verbraucher gemeinhin als Vorder- oder Hinterschinken oder als Formfleisch kennt, heißt im Fachjargon „Kochpökelware“. Aber wussten Sie, dass deren Fleischanteil in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gesunken ist? Wenn das so weiter geht, liegt bald fleischloser Schinken in den Supermarktregalen. Das, was an Fleisch fehlt, wird übrigens ersetzt durch – Achtung, es wird unappetitlich! – Wasser, Binde-, Gelier- und Verdickungsmittel, Soja und Milcheiweiß. Damit werden die kleinen Fleischstücke, die zumeist Reste der eigentlichen Schinkenherstellung sind, zu einem Stück zusammengeklebt.

Und diese Masse landet dann auf unserer „Schinkenpizza“, in „Schinkennudeln“ oder im „Chefsalat mit Schinkenstreifen“ – und zwar in vielen Gaststätten und Restaurants. Eine korrekte Bezeichnung in den Speisekarten? Fehlanzeige! Dort ist stattdessen von „Kochschinken“ oder „Vorderschinken“ die Rede. Den Lebensmittelkontrolleuren und Gesundheitsämtern sind diese Missstände bekannt, doch sie zucken hilflos mit den Achseln: Trotz Kontrolldruck und Strafandrohung ändert sich nichts.

Beim Imitat-Käse sieht das nicht anders aus: Wir kaufen Käsespätzle, Cheeseburger, überbackene Käsebrötchen beim Bäcker oder Fertigpizza aus der Tiefkühltruhe und glauben, darin sei echter Käse verarbeitet. Doch was wir bekommen, ist oftmals ein billiges Retortenprodukt aus Eiweißpulver, Wasser, Pflanzenfett und Geschmacksverstärkern. Und auch hier wird frech gegen die Kennzeichnungspflicht verstoßen. Von der Politik bekommt der Verbraucher wohl kaum Unterstützung. Mehr Kontrolleure in den Ämtern sind angesichts leerer öffentlicher Kassen illusorisch. Höhere Bußgelder wirken nicht.

Chance für Unternehmen!
Das ist aber auch eine Chance! Und zwar eine für nachhaltig wirtschaftende, ehrliche Unternehmen. Nahrungsmittel produzierende und verarbeitende Betriebe könnten von sich aus eine hundertprozentige Transparenz bei Ihren Inhaltsstoffen garantieren, und beispielsweise die „Lebensmittelampel“ damit vorweg nehmen. Außerdem sind auch Unternehmen Verbraucher: Bei Kantinenessen oder beim Catering ist jede Firma Konsument. Daher würde eine Revision des Verbraucherrechts helfen: Die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen sollten publik gemacht werden, schwarze Schafe klar benannt und so in ihre Schranken gewiesen werden. Denn dann wüssten wir alle, woran wir sind, und könnten wählen, wo wir was essen.

In Dänemark funktioniert dieses System übrigens hervorragend