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Die Vermessung der Nachhaltigkeit

Konstanz (csr-news) > Wie für Reiseziele bzw. Tourismusregionen IT-gestützt Nachhaltigkeitsfaktoren effizient erfasst und anwenderfreundlich sichtbar gemacht werden können, damit beschäftigen sich Wissenschaftler der HTWG und der Hochschule für Technik Rapperswil im Rahmen des Forschungsprojekts „green destination“. Informatikprofessor Marco Mevius vom Konstanzer Institut für Prozesssteuerung (kips) an der HTWG erläutert, dass die Zusammenhänge nachhaltiger Faktoren sehr komplex sind: „Ziel von uns allen ist es, dass der Verbrauch natürlicher Ressourcen möglichst gering ist. Aber wir können nicht einfach die Verbrauchswerte von einem Tagesausflugsziel wie der Insel Mainau mit einem Hotel vergleichen. Hierfür sind innovative Softwaresysteme zu entwickeln, die relevante Informationen adäquat aufbereiten und Handelnden gute Entscheidungen erleichtern.“ Die Bodenseeregion ist mit ihren vielfältigen Zielen und Angeboten als grenzüberschreitende Modellregion für dieses Vorhaben besonders geeignet. Vertreter der Tourismusbranche, zu der z.B. auch die Mainau GmbH zählt, Naturschutzverbände, die Stadt Konstanz sowie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, haben an dem Auftaktworkshop teilgenommen. Aber auch ein Großkonzern wie die ZF Friedrichshafen AG beteiligte sich, da sich das Unternehmen intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und sich für den geographischen Raum ihres Unternehmenssitzes engagiert. Somit haben Teilnehmer aus der Schweiz, Österreich und Deutschland relevante Nachhaltigkeitsindikatoren für das Konzept, wie zum Beispiel Anforderungen von Nachhaltigkeitszertifikaten, Verkehrsanbindung oder Verfügbarkeit regionaler Produkte, diskutiert und wichtigen Input aus der HTWG mitgenommen. Ergebnis des interdisziplinären Projektes wird zum einen die Erfassung praxisrelevanter Nachhaltigkeitsparameter sein. Zum anderen ein Konzept zur Abbildung dieser Parameter in einer innovativen Software, die diese auswertet und sich individuell und intuitiv an die Bedarfe einzelner touristischer Leistungsträger (wie eine Region, ein Freizeitspark oder einer Pension) anpasst. Die Anwendungsorientierung erläutert Prof. Mevius: „Das Informationssystem soll die Vorgaben der Anwender und relevante Normen berücksichtigen und bereits erhobene Daten einbeziehen.“ Er betont in seiner Erläuterung, dass der Aufwand für Anwender gering gehalten sein wird und die webbasierte Software durch hohe Flexibilität und Effizienz überzeugen soll. „Das Projekt adressiert und verbindet zwei aktuell hochrelevante Themenstellungen im Rahmen der Forschung zur Energie, Umwelt und Mobilität in der Region Bodensee: die Konzeption und den Betrieb von Managementsystemen für Destinationen sowie die Entwicklung von Informations- und Kommunikationstechnologien zum Nachhaltigkeitsmanagement“, ergänzt Tatjana Thimm, Mitinitiatorin des Projekts und Professorin für Tourismusmanagement an der HTWG.

 

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